Duftende Grüße in die Heimat.
Reisetagebuch 2016
Der Tag heute war lang und trotzdem recht ereignislos. Von Nagasaki fuhren wir mit dem Expresszug und dem Shinkansen nach Hiroshima. Dort machten wir den obligatorischen Ausflug nach Miyajima.
Wir freuten uns schon, den Itsukushima-Schrein mit dem berühmten Torii wiederzusehen, aber leider war auch heute unser Zeitplan so stramm, dass wir kaum Zeit fanden, den Ort richtig zu genießen und schöne Fotos zu machen.
Zumindest kulinarisch kamen wir an diesem Tag nicht zu kurz. In einer Verkaufsmeile neben dem Schrein probierten wir Stäbchen aus frittiertem Fischeiweiß und Oktopus, Matcha-Eis und mit Hiroshima-Rind gefüllte Dampfbrötchen.
Und weil wir abends schon wieder hungrig waren, gönnten wir uns eine regionale Spezialität: Okonomiyaki, auch japanische Pizza genannt. Das ist eine Hausmannskost, die hauptsächlich aus Kohl, Nudeln und Ei besteht und vor den Augen des Gastes auf einer Teppanplatte zubereitet wird.
Ein wenig Zeit für den Friedenspark fanden wir auch noch, um ihn auf dieser Reise wenigstens einmal gesehen zu haben. Morgen geht es schon früh weiter.
Ich habe etwas gewonnen!

Wir haben uns im Supermarkt etwas zu trinken gekauft. Nachdem ich zahlte, bat mich die Kassiererin, in eine Losbox zu greifen. Ich zog ein Los und gewann eine Packung Bonbons mit Kirschgeschmack.
Ich weiß nicht, was mich mehr freut: Dass ich etwas gewonnen habe, oder der Spaß, den die Kassiererin dabei hatte, mit einem Gaijin Tombola zu spielen.
Nach dem Frühstück verließen wir Hiroshima und fuhren erst einmal nach Kurashiki. Der Ort ist bekannt für seine alten Kaufmannshäuser und seinen Kanal, der sich durch die Straße zieht.
Danach ging es mit dem Shinkansen, einem Expresszug und schließlich mit einem Bus zu unserer nächsten Station, dem Nationalpark Fuji Hakone. Hier erwartet uns eine Übernachtung in einem japanischen Hotel, einem Ryokan.
Eigentlich ist es eine Luxusherberge, wo die Gäste in heißen Mineralbädern entspannen, lecker essen und in großzügigen Zimmern übernachten können. Seit der Wirtschaftskrise läuft das Geschäft allerdings nur noch schleppend. Und neuerdings vertreibt der Fuji-san die übrigen Gäste. Wir sind hier in einem aktiven Vulkangebiet. Seit ein paar Wochen legen heiße Fumerolen einen deutlich wahrnehmbaren Schwefelgeruch über die Hotelanlage. Diese heißen Dämpfe sind tückisch. Vor kurzem sind Touristen in der Gegend verunglückt, weswegen uns von nächtlichen Spaziergängen außerhalb des Geländes dringend abgeraten wurde.
Zum Abendessen gab es traditionelle Kaiseki-Küche: Sashimi, eine Art kleines Shabu-Shabu, eingelegtes Gemüse, Misosuppe, Reis, als Dessert ein Matchapudding. Uns hat fast alles geschmeckt, in der Gruppe gingen die Meinungen allerdings weit auseinander.
Danach zogen wir uns in unser großes Zimmer zurück. Auf dem Boden aus Tatamimatten ist bereits unser Bett für die Nacht aufgeschlagen.
Die Übernachtung auf dem Tatami-Boden war überraschend bequem. Wir haben tatsächlich besser geschlafen als in so manchem Hotelbett. Das Frühstück war ebenfalls japanisch: gebratener Fisch, Misosuppe, Reis, gekochtes Ei in Dashi, Joghurt mit Frucht, Seidentofu, Grüntee. Zum Unmut unserer Mitreisenden gab es eines jedoch nicht: Kaffee.
Mit dem Bus fuhren wir zum Ashi-See. Dort besuchten wir den Hakone-Schrein, dessen rotes Torii am Wasser wir 2010 noch bei der Fahrt mit einem Piratenschiff gesehen hatten. Apropos: Natürlich fuhren wir auch diesmal mit so einem Schiff über den See.
Weiter ging es nach Kamakura, wo wir den Hase-dera und den großen Buddha besuchten.
Und dann fuhren wir zu unserer letzten Station der Gruppenreise: Tōkyō. Unser Hotel ist im Stadtteil Asakusa, direkt beim Senso-ji. 2010 begann hier unsere erste Rundreise durch das Land.
Damals war der Tōkyō Sky Tree noch im Bau. Jetzt ist er fertig, und wir ließen es uns nicht nehmen, auf die obere Aussichtsplattform des höchsten Fernsehturms der Welt zu fahren. Der Eintritt ist sündhaft teuer. 3.800¥ zahlten wir pro Person, inklusive Zugang zur Express-Warteschlange und der oberen Aussichtsplattform. Die Aussicht von dort auf die Metropole ist aber einmalig und lässt schnell vergessen, was man unten an der Kasse gelassen hat.



























