Shōgunzuka

Die Aussichtsplattform am Shōgunzuka Seiryūden ist ein kurzweiliger Ausflug in Kyōto, der den anstrengenden Aufstieg mit einem fantastischen Panoramablick über die Stadt belohnt.

Wir entschlossen uns, den Weg hinaufzuwandern. Den Einstiegspunkt zu finden, stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Zuerst versuchten wir es am Awata-jinja, doch ein geschlossenes Gatter versperrte uns den Weg. Eine Straße nördlich am Shoren-in führte schließlich doch noch in den Wald hinein.

Ein teils etwas schwer zu erkennender Pfad schlängelt sich durch den Wald, führt schließlich um den Sockel der Aussichtsplattform herum und endet an einem Parkplatz. Mit gemütlichem Schritt dauert der Aufstieg etwa 30 Minuten. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann aber auch einfach mit dem Taxi hochfahren. 😉

Oben angekommen zahlt man einen Eintritt (500¥) und betritt dann die Aussichtsplattform. Spektakulär ist dort nicht nur die Aussicht, sondern sind auch die - im wahrsten Sinne des Wortes - coolen Bänke aus dicken Glasblöcken.

Gleich daneben steht die frühere Aussichtsplattform auf einem Gerüst. Von hier aus hat man einen grandiosen Blick auf Zentral-Kyōto. Bevor man den Ort wieder verlässt, lohnt es sich auf jeden Fall, ein paar Minuten durch den kleinen Landschaftsgarten der Anlage zu schlendern.

Surfen in Japan

Als Tourist in einem fernen Land möchte man natürlich mit seinen Lieben zu Hause in Kontakt bleiben. Hier gibt es ein paar Tipps, wie man als Tourist in Japan ins Internet kommt und was man beachten sollte.

Welche Handys sind überhaupt geeignet?

Das Handynetz in Japan unterscheidet sich technisch teilweise von dem in Europa. Dank UMTS, LTE und 5G können aber praktisch alle Smartphones und Handys verwendet werden. Nur uralte Handys aus unseren D-Netz- und E-Netz-Zeiten funktionieren in Japan gar nicht, weil es dort kein GSM-Netz gibt. Diese Museumsstückchen kann man getrost zu Hause lassen.

Telefon und SMS

In manchen Ländern kann man als Tourist Geld sparen, indem man sich vor Ort eine SIM-Karte kauft. In Japan dürfen SIM-Karten mit Telefon- und SMS-Funktion allerdings per Gesetz nur an Personen verkauft werden, die in dem Land einen festen Wohnsitz haben.

Für Telefon und SMS muss man deshalb auf seinen eigenen Mobilfunktarif zurückgreifen. Japan zählt üblicherweise die Weltzone, die Gebühren sind entsprechend hoch. Bei manchen Anbietern zahlt man sogar, wenn man angerufen wird. Um bei der Rückkehr eine böse Überraschung auf der Mobilfunkrechnung zu vermeiden, sollte man sich vor Reiseantritt bei seinem Anbieter über die Preise informieren.

Wichtig: Seit innerhalb der EU die Mobilfunknetze der anderen Länder einfach mitgenutzt werden können, ist in vielen Smartphones Roaming eingeschaltet. Vergesst nicht, die Funktion vor der Einreise nach Japan abzuschalten, um teure Überraschungen zu vermeiden.

Deutlich günstiger ist es, die Kommunikation über das Internet abzuwickeln und gängige Messenger- oder Telefonie-Apps zu verwenden. Aber wie kommt man in das weltweite Datennetz?

Mobiles Internet

SIM-Karten mit reiner Datenfunktion dürfen in Japan auch an Touristen verkauft werden. Es gibt sogar ein recht großes Angebot an Datentarifen, die an Besucher gerichtet sind. Kaufen kann man sie bei vielen Elektronikketten (zum Beispiel Yodobashi Camera oder BIC Camera) und auch an internationalen Flughäfen am Automaten. Meistens surft man im Netz von NTT DoCoMo, der Mobilfunktochter des ehemals staatlichen Telefonanbieters NTT. Das Handynetz ist sehr gut ausgebaut und in Ballungsgebieten richtig schnell.

Bei den meisten Karten muss zur Inbetriebnahme ein APN am Smartphone eingestellt und eine Registrierungsprozedur durchlaufen werden, bevor man ins Internet darf. Die Schritte sind ausführlich in Englisch beschrieben, es erfordert aber etwas Übung im Umgang mit dem Smartphone.

Eine Auswahl an Touristen-SIMs, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität (Stand August 2021):

  • b-mobile bietet mit der VISITOR SIM erschwingliche 7 Gigabyte mit 21 Tagen Laufzeit. Das dürfte selbst für gehobene Ansprüche mehr als ausreichend sein.
  • Die IIJmio JAPAN TRAVEL SIM hat bis zu 3 Monate Laufzeit und ist damit für längere Aufenthalte geeignet. Das Datenvolumen ist leider nicht entsprechend hoch, kann aber nachgeladen werden.
  • So-Net bietet Karten mit 30 und sogar 60 Tagen Laufzeit.

Achtet beim Kauf auf die richtige Größe der SIM-Karte, denn ein Umtausch ist in aller Regel ausgeschlossen.

Tipp: Ein mobiler Hotspot kann gute Dienste leisten. Das ist ein kleines akkubetriebenes Gerät, in das die Besucher-SIM-Karte eingelegt wird. Es verbindet sich mit dem Mobilfunknetz und stellt einen WLAN-Zugang bereit, über den andere Geräte (Smartphones, Notebooks etc.) dann ins Internet kommen. So kann man unterwegs mobil surfen und ist trotzdem noch telefonisch erreichbar, weil die eigene SIM-Karte im Smartphone bleibt. Mobile Hotspots gibt es in jedem gut sortierten Elektro-Fachgeschäft.

Manche Smartphones bieten Platz für zwei SIM-Karten. Hier kann man die heimische SIM-Karte für Telefonie und SMS verwenden und mit der Touristen-SIM eine Datenverbindung aufbauen.

Hotels

Eine Alternative zum Mobilfunknetz ist WLAN, wofür international die Bezeichnung Wi-Fi geläufiger ist.

Viele Hotels bieten ihren Gästen kostenloses WLAN oder zumindest einen Internetzugang per Kabel für das Notebook. Unserer Erfahrung nach funktioniert es auch meistens, aber nicht immer. Wer während der Reise auf das Internet angewiesen ist, beispielsweise um für den nächsten Tag Tickets zu organisieren oder Routen zu planen, sollte stets eine Alternative in petto haben.

Freies WLAN

Der Anbieter SoftBank betreibt etwa 400.000 WLAN-Hot Spots in Japan. Touristen können sie nach einer Registrierung per Handy zwei Wochen lang kostenlos nutzen. Eigene Erfahrung haben wir damit allerdings nicht gemacht.

Tonkatsu-Rezept

Eines unserer Lieblingsessen, das man auch gut zu Hause nachkochen kann, ist Tonkatsu, die japanische Version des Schnitzels.

Zutaten

  • 4 Minutensteaks vom Schwein, etwas dicker geschnitten
  • Panko (japanisches Paniermehl, gibt es im Asia-Laden)
  • Mehl
  • Ei
  • Salz, Pfeffer
  • reichlich Öl zum Braten (z. B. hocherhitzbares Sonnenblumenöl)
  • Tonkatsu-Soße (aus dem Asia-Laden, z. B. “Bulldog Tonkatsu Sauce”)
  • 150 g Weißkohl
  • Essig-Dressing zum Dippen für den Weißkohl-Salat (z. B. Yuzu-Dressing oder Sesam-Dressing aus dem Asia-Laden)

Zubereitung

Die Schnitzel leicht pfeffern und salzen, dann nacheinander in Mehl, verquirltem Ei und Panko wälzen. Den Weißkohl in feine Streifen schneiden und auf die Teller verteilen.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Schnitzel von beiden Seiten knusprig braten. Das Öl darf nicht zu heiß werden, da Panko schneller verbrennt als das bei uns übliche Paniermehl. Hier hilft nur etwas Übung, bis die Panade schön kross und das Fleisch gar und innen noch saftig ist.

Die fertigen Schnitzel mit einem scharfen Messer in fingerdicke Streifen schneiden. Auf den Tellern anrichten und einen guten Schuss Tonkatsu-Soße darauf verteilen.

Itadakimasu! (Guten Appetit)

Toiletten

Reden wir doch mal über das Geschäft! Vermutlich hat jeder schon mal irgendwo gehört, dass japanische Toiletten eine technische Spielerei der ganz besonderen Art sind. Und es ist tatsächlich so. In jedem Hotel, von billig bis gehoben, fanden wir die elektischen Toilettendeckel vor, die so genannten Washlets.

Eine beheizte Klobrille zählt mittlerweile schon zum Mindeststandard. Dazu kommen dann noch verschiedene Wasserstrahlen zur Reinigung der unteren Körperregion, natürlich mit einstellbarer Sprühstärke und Wassertemperatur, sowie einem Warmluftgebläse zum Trocknen. Die aktuelle Generation verfügt über ein separates Wandtableau, mit dem man fernbedient per Knopfdruck die Funktionen auslösen und die Spülung betätigen kann. Der allerneueste Schrei ist das Öffnen des Klodeckels per Knopfdruck, oder sogar automatisch, sobald man die Toilettenkabine betritt.

Ein vor allem bei Frauen sehr beliebtes Feature ist die Oto-hime, die Geräuschprinzessin. Sie simuliert das Geräusch einer Toilettenspülung und übertönt damit auf Wasser sparende Weise zuverlässig andere, nicht so feine Geräusche, die während der Benutzung entstehen können.

Für den Touristen kann die Benutzung eines Washlets zu einer kleinen Herausforderung werden, da die Knöpfe auf Japanisch beschriftet sind. Manche modernen Washlets haben keinen mechanischen Hebel für die Spülung mehr. Dann beginnt das Abenteuer, den richtigen Knopf zu finden, um das Ergebnis seiner Sitzung wegzuspülen. Beim abgebildeten Tableau sind es nicht die auffällig großen Knöpfe, sondern die drei schmalen Knöpfe auf der oberen Seite. Der Knopf links ist für das große Geschäft, der in der Mitte für das kleine, rechts spült nur eine Ökoportion Wasser. Ein kleiner Trost ist, dass die Hersteller der Washlets sich kürzlich auf gemeinsame Symbole einigten.

Öffentliche Toiletten sind nicht mit so einem Komfort ausgestattet. Neben der westlichen Sitztoilette (“Western Style”) steht dort zudem oft die ganz klassische Hocktoilette (“Japanese Style”) als Alternative zur Verfügung. Wirklich praktisch ist, dass man fast überall eine öffentliche Toilette in der Nähe findet, in den allermeisten Fällen sogar in einem durchaus sauberen Zustand.

Schüchtern darf Mann in Japan im Übrigen nicht sein. Einige öffentliche Toiletten erlauben von außen eine ziemlich freie Sicht auf die Urinale. Im Shinkansen befindet sich das Urinal hinter einer Tür, die von innen nicht abgeschlossen werden kann. Das ist aber auch nicht nötig. Durch ein großes Fenster kann man von außen gut sehen, ob das Örtchen gerade in Benutzung ist.

Wie auch immer: Die japanischen Washlets sind vielleicht Spielerei und Luxus. Aber ein Luxus, an den man sich schnell gewöhnen kann… 😁