Ekō-ji

Ekō-ji (惠光寺) bedeutet so viel wie Tempel des sanftmütigen Lichtes. Der Name spielt auf das Licht an, das von Amida-butsu, dem Buddha des unermesslichen Lichtes, ausgeht.

Die Tempelanlage ist verhältnismäßig jung, erbaut wurde sie 1993. Neben dem Tempel gehört auch ein kleiner Garten und ein Holzhaus zu der Anlage. Was den Tempel so einzigartig macht? Er steht in der Stadt デュッセルドルフ (Düsseldorf) und ist die einzige Tempelanlage Deutschlands, die im japanischen Stil gebaut wurde. In Europa ist der Ekō-ji außerdem der einzige Tempel der Jōdo-Shinshū, eine der größten japanischen Schulen des Buddhismus.

Tatsächlich fühlte sich der Besuch für uns ein wenig surreal an, so als wären wir mit der Straßenbahn mal eben nach Japan gefahren. Das einzige, was wir vermissten, war der Duft von altem Holz und von den Räucherstäbchen, und vielleicht ein Getränkeautomat.

Der Besuch der Gartenanlage ist kostenlos. Ansonsten bietet das Ekō-Haus regelmäßig Führungen, Veranstaltungen, Teezeremonien und Kurse an. Man erreicht den Tempel am besten mit der Straßenbahn (bis Heerdter Sandberg) oder dem Bus (bis Niederkasseler Kirchweg).

Hida no Sato

Hida no Sato, auf Deutsch das Hida-Dorf, ist ein Freilichtmuseum in Takayama, einer Stadt in den Japanischen Alpen.

Die Häuser in dem Dorf stammen aus der Edo-Zeit (1603 bis 1868). Das Ensemble ist aber künstlich. 1971 wurde das Museum gegründet und Häuser aus der ganzen Hida-Region hierher verlegt.

Ein Teil der Gebäude stammen aus dem Ort Shirakawa-gō, das wegen seiner Häuser im gasshō-zukuri-Stil zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Baustil zeichnet sich durch seine steilen Reeddächer aus, die im Winter erhebliche Schneemengen tragen können, wie sie in diesem Teil Japans gerne fallen.

Andere Gebäude wurden aus Gebieten mit moderaterem Wetter in das Museum verlegt. Dem Taguchi-Haus wurde das 1981 zum Verhängnis, als bei einem starken Wintereinbruch ein Dachbalken unter der Schneelast brach.

Auf dem Museumsgelände kann man die Häuser frei erkunden und traditionellen Schauhandwerkern hier und da über ihre Schultern blicken. Außerdem werden morgens die Feuerstellen in den Häusern angezündet. So kann man die kleine Zeitreise auch als Duft erleben.

Das Museum hat jeden Tag von 8:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Man erreicht es vom Bahnhof Takayama aus mit dem Sarubobo-Bus oder in etwa 25 Minuten zu Fuß. Der Eintritt kostet 700¥. Englische Beschilderung ist vorhanden. Die Häuser dürfen nur auf Socken betreten werden.

Wenn nach dem Besuch noch Zeit übrig ist, sollte man unbedingt der Altstadt von Takayama einen Besuch abstatten und dort das köstliche Hida-Rind probieren.

Beppu Jigoku

Beppu ist eine der bekanntesten Onsen-Städte Japans. Kein anderer Ort hat so ergiebige Thermalquellen. In der ganzen Stadt zischt und brodelt es. Besucher können sich in heißen Bädern entspannen, im heißen Dampf ihr Essen garen oder zum Zeitvertreib verschiedene Höllen besuchen. Hier werden dampfende, brodelnde und blubbernde Teiche in verschiedenen Farben, Größen und Temperaturen (bis zu 98°C) zur Schau gestellt.

Die berühmtesten sind die sieben Höllen von Beppu:

  • Oniishibōzu Jigoku: In dieser Hölle blubbern graue Schlammpfützen, welche an die rasierten Köpfe von Mönchen erinnern sollen und der Hölle ihren Namen „Oniishi-Glatzkopfhölle“ geben.
  • Umi Jigoku: Die „Meereshölle“ ist die schönste der sieben Höllen. Auf einem großen Areal gibt es einen großen Teich mit Lotusblüten, einen kleinen Teich mit viel Dampf und etwas versteckt noch einen orangefarbenen Teich. In dem Gebäude kann man Souvenirs kaufen.
  • Kamado Jigoku: In der „Kochtopfhölle“ ist Action angesagt. Animateure unterhalten die Besucher mit verschiedenen kleinen Shows, allerdings nur auf Japanisch.
  • Oniyama Jigoku: Die Wassertemperatur dieser „Ogerberghölle“ eignet sich bestens zum Züchten von Krokodilen. Man kann sie aus sicherer Entfernung in ihren Käfigen fotografieren.
  • Shiraike Jigoku: Die „weißer Teich-Hölle“ bietet dampfendes, milchig trübes Wasser und außerdem ein kleines Aquarium.
  • Chinoike Jigoku: Der blutrote Teich verlieh der Hölle ebendiesen Namen. Er ist in einen Berghang eingebettet und bietet ein Motiv für schöne Fotos.
  • Tatsumaki Jigoku: Hauptattraktion der „Wasserspeier-Hölle“ ist ein Geysir, der etwa alle 30-40 Minuten ausbricht. Es lohnt sich, sich zuerst über die Zeit des nächstens Ausbruchs zu erkundigen und die Wartezeit dann eventuell nebenan in der Chinoike Jigoku zu verbringen.

Man zahlt an jeder der sieben Höllen 400¥ Eintritt. Alternativ kann man sich an der ersten Hölle, die man besucht, gleich ein Kombiticket für 2000¥ kaufen. Der Verband dieser sieben Höllen bietet eine Broschüre mit weiteren Informationen an. Es gibt noch mehr Höllen in Beppu, beispielsweise die Yama Jigoku, die allerdings nicht dem Verband angehören und separaten Eintritt verlangen.

Am einfachsten erreicht man die Höllen vom Bahnhof Beppu aus mit dem Bus bis zur Haltestelle Kannawa Bus Terminal. Wer (wie wir) etwas laufen mag, kann den Besuch mit einer etwa 8 Kilometer langen Wanderung verbinden. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Beppudaigaku, den man von Beppu aus mit der JR Nippo Line erreicht. Der Weg endet am Bahnhof Kamegawa, wo man die gleiche Linie zurück zum Hauptbahnhof nimmt.

Die beiden letzten Höllen liegen etwas abseits. Man erreicht sie zu Fuß mit einem gemütlichen Spaziergang durch einen etwas ländlichen Randbezirk der Stadt, aber auch mit dem Bus (Haltestelle Chinoike Jigoku Mae) oder einem Taxi. Wir fanden sie allerdings nicht so spannend wie die anderen Höllen. Wenn die Zeit knapp wird, kann man sich den Umweg dorthin sparen.

Uchiko-za

Uchiko ist ein kleines Örtchen auf der Hauptinsel Shikoku, etwa 25 Minuten mit dem Uwakai-Express von der Präfekturhauptstadt Matsuyama entfernt. Hier befindet sich das Uchiko-za, ein historisches Theatergebäude.

Erbaut wurde das Theater im Jahr 1916 als zweigeschossiges Holzgebäude im traditionellen japanischen Stil. 1985 wurde es dann nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet. Es sorgt nun gelegentlich mit abendlichem Kabuki- und Bunraku-Theater für Kurzweil.

Aber auch tagsüber lohnt sich ein Besuch, denn dann öffnet das Theater seine Pforte für einen Einblick hinter die Kulissen. Man kann sich frei im Gebäude bewegen, auf einem der Holzsitze Platz nehmen, die Bühne betreten oder Kostüme anprobieren. Im Untergeschoss sieht man, wie die historische Drehbühne und das Hubpodium betrieben wird.

Das Theater befindet sich etwa 5 Gehminuten vom Bahnhof Uchiko entfernt. Sein Eingang liegt versteckt in einer kleinen Nebenstraße. Der Eintritt kostet 400¥. Mit einem Kombiticket für 900¥ kann man außerdem das Heimatmuseum und die Kamihaga-Residenz besuchen. Gute Socken nicht vergessen, denn die Schuhe muss man vor dem Betreten ausziehen! 😉

Kanaldeckel

Man ignoriert sie meistens und tritt sie mit Füßen: Kanaldeckel. Während sie bei uns überall gleich auszusehen scheinen, unterscheiden sie sich in Japan gewaltig voneinander. Praktisch jede Stadt zeigt ihre Besonderheiten oder Sehenswürdigkeiten als schön verzierten Deckel, manche sogar in bunten Farben.

Die Motive sind bei Touristen und Einheimischen beliebte Fotosouvenirs und Sammlerstücke. Es überrascht kaum, dass in Tōkyō kürzlich sogar ein Manhole Cover Festival stattfand.

Hier ist unsere laufende Sammlung von Deckeln, die wir fotografiert haben.