Zuiryū-ji

Der Zuiryū-ji ist ein buddhistischer Tempel in Takaoka (Präfektur Toyama) aus dem Jahr 1613.

Die Anlage wurde ab 1645 erweitert. Bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1663 umfasste sie 118.800 m² und wurde von zwei Burggräben umschlossen.

Das Zentrum bildet die Buddha-Halle. Eingerahmt wird sie von dem Haupttor, einer Gebetshalle mit Teehaus, einem Zen-Gebäude zur Meditation und einem Refektorium. Gänge verbinden die Seitengebäude miteinander.

Der Zuiryū-ji befindet sich zwischen den Bahnstationen Shin-Takaoka und Takaoka, und ist von beiden aus in etwa 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Der Eintritt kostet 500¥.

Itadakimasu!

Ein Blick in den Sprachführer verrät, dass “Guten Appetit” auf Japanisch いただきます (itadakimasu) heißt. Doch es steckt viel mehr dahinter.

Mit “Guten Appetit” wünschen wir den anderen am Tisch eine leckere Mahlzeit und ein schönes gemeinsames Essen.

Itadakimasu dagegen ist ein Ausdruck der Dankbarkeit. Man dankt den Pflanzen, die für das Essen geerntet wurden, und den Tieren, die dafür ihr Leben ließen. Man dankt dem Kaiser, den Eltern, dem Bauern, dem Fischer, dem Koch und überhaupt jedem, der seinen Beitrag dazu leistete, dass man jetzt eine köstliche Mahlzeit zu sich nehmen darf. Man macht sich bewusst, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Nimmt man den Gedanken ernst, gehört es deshalb auch dazu, alles bis auf das letzte Reiskörnchen aufzuessen.

Die ursprüngliche Bedeutung von itadakimasu war “etwas über seinen Kopf heben”. Der Buddhismus brachte den Brauch in das Land, einen Gegenstand, den man von einer höhergestellten Person entgegennahm, als Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung zuerst höher als seinen Kopf zu halten. Im Laufe der Zeit wurde daraus dann ein genereller Ausdruck, einen Gegenstand höflich entgegenzunehmen.

Der Gebrauch vor dem Essen ist jedoch verhältnismäßig neu. Bis in das frühe zwanzigste Jahrhundert war er nur regional verbreitet, bevor er landesweit üblich wurde. Bis heute ist es regional unterschiedlich, ob man dabei die Hände zusammenlegt oder nicht.

PS: Am Ende einer Mahlzeit sagt man ご馳走様でした (gochisōsama deshita) - “Das war ein Festmahl.”

Über die Aussprache

Japanisch kennt gleich drei Schriftsysteme. Keines davon entspricht unserer Schrift. Um uns das Lesen zu erleichtern, gibt es deshalb verschiedene Umschriften, die japanische Wörter in lateinischen Buchstaben darstellen. Die bekanntesten sind das Hepburn-System und das in diesem Blog verwendete Kunrei-System.

Damit wird beispielsweise aus 東京 das Wort Tōkyō. Lesen können wir es jetzt schon mal. Aber wie spricht man es richtig aus? Und was bedeuten diese Striche über dem O?

Aus der Sicht eines Deutschsprachlers haben wir einen kleinen Vorteil, denn grundsätzlich kann man japanische Wörter aussprechen, als wären sie deutsch. Für den Anfang braucht man nur ein paar wenige Ausnahmen zu beachten:

  • Das J wird “dsch” ausgesprochen, so wie in “Dschungel”.
  • Das R wird wie eine Mischung aus R und L gesprochen. Das braucht ein wenig Übung.
  • Das S wird etwas schärfer gesprochen, so wie ein “ß”.
  • Am Wortende wird ein U meist nur angedeutet, “desu” wird zum Beispiel “deß” ausgesprochen.
  • Das Z wird wie unser S gesprochen.

Vokale werden stets kurz gesprochen. Wenn sie gedehnt werden sollen, steht ein Makron (ō) oder manchmal auch ein Zirkumflex (ô) darüber. Wir können uns das wie ein angehängtes Dehnungs-H vorstellen. Also:

  • 東京 → Tōkyō → Gesprochen: Tohkyoh
  • 京都 → Kyōto → Gesprochen: Kyohto
  • 大阪 → Ōsaka → Gesprochen: Ohßaka
  • 横浜 → Yokohama → Gesprochen: Yokohama (nicht “Yoh-koh-hah-ma”)

Neben ihren drei Schriftsystemen lernen japanische Schüler übrigens auch unsere lateinische Schrift, dort rōmaji genannt. Sie spielt im Alltag aber nur eine Nebenrolle.

Engrish

Im Internet sind unter dem Begriff Engrish mehr oder weniger lustige Pannen zu finden, die dadurch entstehen, dass die Buchstaben R und L verwechselt wurden. Was ist da eigentlich dran?

Wir alle erwerben unsere elementaren Sprachfähigkeiten im frühesten Kindesalter. Für deutsche Muttersprachler sind “vier” und “viel” zwei völlig verschiedene Wörter, denn wir haben von Kindheit an gelernt, sie an ihrem Klang zu unterscheiden.

Die japanische Sprache unterscheidet nicht zwischen den Lauten R und L. Sie kennt nur einen Mischlaut, wie wir oben gesehen haben. Für japanische Fremdsprachenschüler klingen Wörter wie “vier” und “viel” (oder auch englische wie “right” und “light”) deshalb erst einmal ziemlich gleich. Sie müssen den Unterschied mühevoll erlernen.

Wie schwer das für einen Erwachsenen ist, kann man in diesem YouTube-Video selbst herausfinden. Das chinesische Wort “ma” bedeutet “Mutter”, “Hanf”, “Pferd” oder “schimpfen” - je nach Betonung. Ein chinesischer Muttersprachler hört hier vier völlig unterschiedliche Wörter, während sie für unsere Ohren irgendwie gleich klingen. Ein aus unserer Sicht unbedeutender Betonungsfehler führt bereits dazu, dass man seine Mutter als Pferd bezeichnet.

Ukiyo-e Small Museum

In der Yasaka Dori in Kyōto, gleich beim Tempel Kennin-ji auf der anderen Straßenseite, ist das wahrscheinlich kleinste Ukiyoe-Museum der Welt, das Ukiyo-e Small Museum. Es gehört Ichimura Mamoru, einem der letzten noch lebenden Künstler dieses Genres.

Als Ukiyo-e bezeichnet man im allgemeinen Grafiken, die in mehrere Holzplatten geschnitzt und dann gedruckt werden. Für jede Druckfarbe kommt dabei eine eigene Holzplatte zum Einsatz, die mit höchster Präzision auf das Papier gebracht wird.

Dieses Museum fiel uns wegen seiner eigentümlichen Öffnungszeiten auf. Vor der Tür zeigt eine große Tafel, dass das Museum geöffnet ist, solange der Inhaber nicht schläft - oder bis er keine Lust mehr hat.

Das Museum hatte geöffnet, als wir dort waren, nur leider hatten wir keine Zeit für einen Besuch. Vielleicht das nächste mal… Sehenswert ist das Foto mit den Öffnungszeiten aber allemal.

Reiseplanung

Ob in einer Reisegruppe oder individuell: Jeder hat seine eigene Art, ein Land zu erkunden. In diesem etwas längeren Artikel beschreibe ich, wie wir unsere individuellen Japanreisen geplant haben.

Beste Reisezeit

Japan hat mehrere Klimazonen, weshalb es schwer ist, pauschal von einer „besten Reisezeit“ zu sprechen. Für die Südküste der Hauptinsel – touristisch der attraktivste Teil des Landes – verspricht die Zeit während der Kirschblüte (April, Mai) sowie der Spätsommer und Herbst angenehm warme bis heiße Temperaturen und wenig Regen. Der eigentliche Sommer ist sehr heiß und regnerisch. Im Spätsommer drohen zudem Taifune, auch die Reiseplanung durcheinanderzuwirbeln.

Unbedingt vermeiden sollte man die Golden Week. Das ist eine Reihe von Feiertagen Ende April und Anfang Mai, an denen fast ganz Japan unterwegs ist, um das gute Frühlingswetter und den Anblick der Kirschblüten zu genießen. Das heißt aber auch, die Züge und Hotels sind überfüllt, Sehenswürdigkeiten überlaufen und viele Geschäfte geschlossen. Ähnlich ist es während des Obon-Festes im August und um Neujahr im Januar.

Was sehen?

Tipps für Sehenswürdigkeiten findet man mehr als reichlich, vom klassischen Reiseführer über Reiseblogs bis hin zu Dokus im Fernsehen. Die Website von Japan Guide ist für uns immer die wichtigste Anlaufstelle. Sie ist sehr umfangreich, aktuell, und gibt Auskunft über Sehenswürdigkeiten, side trips und zur Anfahrt. Der frei empfangbare Sender NHK World zeigt zudem viele Reisetipps rund um das Land.

Wir führen ständig eine kleine Liste von Dingen, die wir irgendwo aufgeschnappt haben und selbst sehen möchten. Wenn wir die Planung beginnen, treffen wir eine Vorauswahl und markieren sie auf der Landkarte. Es ergibt sich recht schnell ein Bild von den Orten, die man anfahren möchte, und wieviel Zeit man vor Ort voraussichtlich benötigt.

Verkehrsmittel

Nach Japan gelangt man mit dem Flugzeug. Die Flugzeit beträgt bei einem Direktflug um die 11 Stunden. Die internationalen Hauptflughäfen sind Narita, Haneda (beide Tōkyō) und Kansai (Ōsaka), manche Airlines steuern aber auch weitere Flughäfen an.

Ist man erst mal dort, ist der Zug das Verkehrsmittel der Wahl. Das Schienennetz ist engmaschig, die Züge pünktlich und zuverlässig. Mit dem Shinkansen-Schnellzug erreicht man fast jedes Ziel im Land in wenigen Stunden. Für Touristen ideal ist der Japan Rail Pass, der zu einem Pauschalpreis die Nutzung der meisten Züge für bis zu drei Wochen gestattet.

Wenn wir die Orte gefunden haben, die wir besuchen möchten, schauen wir auf HyperDia, ob Bahnverbindungen existieren, wie lange die Fahrzeiten sind, und ob die Fahrten im Rail Pass inkludiert sind oder extra bezahlt werden müssen.

Seit Mai 2020 gelten in Japans Shinkansen Höchstmaße für das Gepäck. Dafür wird die Länge, Breite und Höhe des Koffers addiert. Koffer, deren Außenmaße 250 cm überschreiten oder die schwerer als 30 kg sind, dürfen nicht mehr in den Shinkansen. Auf der Hauptstrecke zwischen Tōkyō und Kyūshū müssen außerdem Gepäckstücke, deren Außenmaße 160 cm überschreiten, hinter der letzten Sitzreihe verstaut werden. Eine entsprechende Sitzplatzreservierung ist dann zwingend erforderlich, dazu kommt eine Gebühr von 1000¥ pro Gepäckstück. Gepäckstücke mit kleineren Außenmaßen können nach wie vor kostenfrei in den Gepäckablagen oder am eigenen Sitzplatz transportiert werden.

Vor Ort bewegen wir uns zu Fuß, mit dem Taxi oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Grundsätzlich ist es auch möglich, ein Auto zu mieten, aber Mietpreise und Straßenmaut sind nicht gerade günstig. Besitzer eines deutschen Führerscheines müssen diesen vorher außerdem ins Japanische übersetzen lassen. Wer mehr wissen möchte: WanderWeib hat einen fantastischen Artikel zum Fahren in Japan gebloggt.

Hotels

Wir wissen gerne schon vor der Reise, wo wir übernachten werden. Also buchen wir bereits frühzeitig bei bekannten Hotelportalen unsere Übernachtungsmöglichkeiten. Dann ist die Auswahl groß, und außerdem wissen wir so, wieviel Geld wir für die Hotels ausgeben werden.

Der Nachteil ist natürlich, dass man vor Ort nicht mehr sehr flexibel ist, sondern seinen Reiseplan einhalten muss. Über die Hotelportale könnten wir auch vor Ort kurzfristig unser nächstes Hotel suchen. In Städten wie Kyōto sind bezahlbare Hotels allerdings oft schon langfristig ausgebucht.

Westliche Hotels entsprechen dem Preisniveau von Deutschland, gerade bei günstigen Hotels können die Zimmer aber sehr klein sein. Der Zimmerpreis wird in der Regel in Yen berechnet, so dass man noch eine Reserve für Währungsschwankungen auf das Budget aufschlagen sollte. Manche Städte erheben zudem eine geringe Touristenabgabe, die im Hotel bezahlt werden muss. Das Frühstück ist selbst in teuren Hotels oft eher mäßig. Es lohnt sich, die Bewertungen zu lesen und eventuell das Zimmer ohne Frühstück zu buchen.

Die traditionellen Hotels, Ryokan genannt, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Allerdings sollte man sich ein wenig darauf vorbereiten, um dieses Erlebnis richtig genießen zu können.

Feinplanung

Wenn die Unterkünfte und Reisetage feststehen, planen wir das Sightseeing. Wir erstellen eine Liste der Dinge, die wir auf jeden Fall vor Ort sehen möchten. Eine Liste weiterer Sehenswürdigkeiten ist hilfreich, wenn danach noch Zeit übrig bleibt oder man sowieso gerade in der Nähe ist.

Bei der Planung lassen wir immer ein wenig Spielraum für Spontanes, für Überraschungen oder für kleine Einkaufsbummel in den Shopping-Straßen. Auch einzelne Tage mit wenig Programm können reizvoll und kurzweilig sein.

Dazu kommen die Fahrtage, an denen man den Ort wechselt und sein Gepäck dabei hat. An solchen Tagen sieht man nicht viel, und doch kommen solche Stunden sehr gelegen, an denen man entspannt im Zug sitzt, aus dem Fenster sieht und vielleicht ein Bentō probiert.

Orientierung vor Ort

Sich in japanischen Städten zu orientieren ist eine Herausforderung, denn nur wenige Straßen haben einen Namen, und nach dem Weg fragen gestaltet sich wegen der Sprachbarriere eher schwierig.

Für uns ist ein Wander-GPS zum unverzichtbaren Begleiter geworden. Bei der Planung zu Hause markieren wir bereits die Bahnhöfe, Hotels und Sehenswürdigkeiten als Wegpunkt. Schwer zu findende Wege stecken wir als Route ab. Vor Ort markieren wir interessante Punkte (zum Beispiel ein zufällig entdecktes Restaurant für das Abendessen) für einen späteren Besuch. Ein gutes Wander-GPS hält locker einen Tag durch, bevor es geladen werden muss, und zeichnet zudem den zurückgelegten Weg auf, was später hilft, die Fotos einem Ort zuzuordnen.

Das passende Kartenmaterial kann man meist beim Hersteller des GPS-Gerätes kaufen. Für Geräte von Garmin kann man sich auch eine Open Street Map-Karte von Japan kostenlos (und legal) herunterladen.

Verpflegung

Japan hat den Ruf, sehr teuer zu sein. Das kann man so allgemein nicht sagen. Wenn Flug, Hotels und Rail Pass erst einmal bezahlt sind, sind die Kosten vor Ort überschaubar. Einplanen sollte man Eintritte, Souvenirs, Essen, Getränke und Snacks, sowie gelegentliche Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxis.

Wenn man keine besonderen Ansprüche an das Essen stellt, zahlt man in einem Udon- oder Schnitzelrestaurant oder einem Izakaya etwa so viel wie hier in einem guten Wirtshaus. Alternativ findet man für ein Abendessen im Hotelzimmer in Supermärkten oder Bahnhöfen gutes Sushi, kalte Schnitzel, fertige Kroketten oder Salate zu einem günstigen Preis. Zur Not kann man die üblichen Fast-Food-Ketten aufsuchen. Europäische Restaurants gibt es natürlich auch, sie sind in Japan allerdings etwas Besonderes und deshalb teurer als bei uns. Für eine gewöhnliche Pizza zahlt man dort schnell um die 1800¥.

Eine Bitte

Nach den Lockdowns der letzten Jahre freut man sich in Japan, dass die Grenzen endlich geöffnet sind und die Touristen wieder ins Land strömen.

Diese Freude ist aber zweischneidig. Japan hat wie wir mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen, der auch im öffentlichen Verkehr, in Hotels und in Restaurants deutlich zu spüren ist. Gerade in großen Städten kann es sein, dass die sowieso schon knappen Busse und Straßenbahnen zusätzlich von Touristenschaaren überfüllt sind, oder die Wartezeiten in den Restaurants oder auf Taxis recht lange sind. Hier heißt es, Geduld zu zeigen. Die Situation ist schlimm für alle.

Zudem zieht Japan mit seinem Ruf, freundlich und günstig zu sein, mittlerweile viele Touristen an, die leider kein allzu gutes Benehmen an den Tag legen. So häufen sich zum Beispiel in Kyōto die Beschwerden, dass Touristen in privaten Gärten herumtrampeln oder in Hinterhöfe eindringen, um Fotos von Geikos zu erhaschen. Andere Abenteurer brüsten sich in den sozialen Netzwerken damit, wie sie sich kostenfreie Bahnfahrten erschleichen oder auf andere Art die Großzügigkeit des Landes ausnutzen.

Solche Touristen machen nicht nur den Japanern das Leben schwer, sondern zerstören auch das gute Verhältnis, das bisher zwischen den Einheimischen und den Touristen bestand, und machen letztendlich das Reiseerlebnis für uns alle kaputt.

Deshalb sollte eigentlich selbstverständlich sein: Bitte respektiert Land und Leute, zeigt ein wenig Bescheidenheit, haltet euch an die Regeln und nutzt die Gastfreundschaft nicht aus! Wer im Urlaub lieber “die Sau rauslassen” möchte, findet ganz sicher günstigere und nähere Reiseziele, am besten daheim.

Los geht’s…

Das war es eigentlich schon an Vorbereitung. Was noch fehlt, sind allgemeine Dinge wie die notwendigen Reisedokumente. Und schon steht einem Besuch des Landes nichts mehr im Wege.

Einen Tipp noch zum Schluss: Für die ganzen Souvenirs und Mitbringsel sollte man reichlich Platzreserven in seinem Gepäck einplanen. 😉