Als Tourist in einem fernen Land möchte man natürlich mit seinen Lieben zu Hause in Kontakt bleiben. Hier gibt es ein paar Tipps, wie man als Tourist in Japan ins Internet kommt und was man beachten sollte.

Welche Handys sind überhaupt geeignet?

Das Handynetz in Japan unterscheidet sich technisch teilweise von dem in Europa. Dank UMTS, LTE und 5G können aber praktisch alle Smartphones und Handys der letzten zehn Jahre verwendet werden.

Uralte Handys aus unseren D-Netz- und E-Netz-Zeiten funktionieren in Japan dagegen gar nicht, weil es dort kein GSM-Netz gibt. Diese Museumsstückchen kann man getrost zu Hause lassen.

Telefon und SMS

In manchen Ländern kann man als Tourist Geld sparen, indem man sich vor Ort eine SIM-Karte kauft. In Japan dürfen SIM-Karten mit Telefon- und SMS-Funktion allerdings per Gesetz nur an Personen verkauft werden, die in dem Land einen festen Wohnsitz haben.

Für Telefon und SMS muss man deshalb auf seinen eigenen Mobilfunktarif zurückgreifen. Japan zählt üblicherweise die Weltzone, die Gebühren sind entsprechend hoch. Bei manchen Anbietern zahlt man sogar, wenn man angerufen wird. Um bei der Rückkehr eine böse Überraschung auf der Mobilfunkrechnung zu vermeiden, sollte man sich vor Reiseantritt bei seinem Anbieter über die Preise informieren.

Deutlich günstiger ist es, die Kommunikation über das Internet abzuwickeln und gängige Messenger- oder Telefonie-Apps zu verwenden. Aber wie kommt man in das weltweite Datennetz?

Mobiles Internet

SIM-Karten mit reiner Datenfunktion dürfen in Japan auch an Touristen verkauft werden. Es gibt sogar ein recht großes Angebot an Datentarifen, die an Besucher gerichtet sind. Kaufen kann man sie bei vielen Elektronikketten (zum Beispiel Yodobashi Camera oder BIC Camera) und auch an internationalen Flughäfen am Automaten. Meistens surft man im Netz von NTT DoCoMo, der Mobilfunktochter des ehemals staatlichen Telefonanbieters NTT. Das Handynetz ist sehr gut ausgebaut und in Ballungsgebieten richtig schnell.

Bei den meisten Karten muss zur Inbetriebnahme ein APN am Smartphone eingestellt und eine Registrierungsprozedur durchlaufen werden, bevor man ins Internet darf. Die Schritte sind ausführlich in Englisch beschrieben, erfordert aber etwas Übung im Umgang mit dem Smartphone.

Eine Auswahl an Touristen-SIMs, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität (Stand August 2021):

  • b-mobile bietet mit der VISITOR SIM erschwingliche 7 Gigabyte mit 21 Tagen Laufzeit. Das dürfte selbst für gehobene Ansprüche mehr als ausreichend sein.
  • Die IIJmio JAPAN TRAVEL SIM hat bis zu 3 Monate Laufzeit und ist damit für längere Aufenthalte geeignet. Das Datenvolumen ist leider nicht entsprechend hoch, kann aber nachgeladen werden.
  • So-Net bietet Karten mit 30 und sogar 60 Tagen Laufzeit.

Achtet beim Kauf auf die richtige Größe der SIM-Karte, denn ein Umtausch ist in aller Regel ausgeschlossen.

Tipp: Ein mobiler Hotspot kann gute Dienste leisten. Das ist ein kleines akkubetriebenes Gerät, in das die Besucher-SIM-Karte eingelegt wird. Es verbindet sich mit dem Mobilfunknetz und stellt einen WLAN-Zugang bereit, über den andere Geräte (Smartphones, Notebooks etc.) dann ins Internet kommen. So kann man unterwegs mobil surfen und ist trotzdem noch telefonisch erreichbar, weil die eigene SIM-Karte im Smartphone bleibt. Mobile Hotspots gibt es in jedem gut sortierten Elektro-Fachgeschäft.

Hotels

Eine Alternative zum Mobilfunknetz ist WLAN, wofür international die Bezeichnung Wi-Fi geläufiger ist.

Viele Hotels bieten ihren Gästen kostenloses WLAN oder zumindest einen Internetzugang per Kabel für das Notebook. Unserer Erfahrung nach funktioniert es auch meistens, aber nicht immer. Wer während der Reise auf das Internet angewiesen ist, beispielsweise um für den nächsten Tag Tickets zu organisieren oder Routen zu planen, sollte stets eine Alternative in petto haben.

Freies WLAN

Der Anbieter SoftBank betreibt etwa 400.000 WLAN-Hot Spots in Japan. Touristen können sie nach einer Registrierung per Handy zwei Wochen lang kostenlos nutzen. Eigene Erfahrung haben wir damit allerdings nicht gemacht.