Kanazawa

Die Stadt Kanazawa liegt an der Küste zum Japanischen Meer und ist der Verwaltungssitz der Präfektur Ishikawa. Sie liegt fernab der typischen Touristenstrecke, Ausländer kommen recht selten hier her.

Das machte unseren Besuch gleich um so charmanter. Im Hotel freute man sich über die Gäste aus Deutschland und die seltene Gelegenheit, die eigenen Englischkenntnisse anwenden zu können. Am Omicho-Markt hatten wir ein angenehmes Gespräch mit einem Japaner, der uns ansprach und neugierig über unsere Heimat ausfragte. Generell zeigt Japan fernab seiner Metropolen ein ganz anderes Bild, das man unbedingt erlebt haben sollte.

Schon die Ankunft am Hauptbahnhof von Kanazawa beeindruckt. Ein großes Glaskuppeldach empfängt den Besucher, welcher dann durch das Tsuzumi-mon, einem gewaltigen modernen Holz-Torii, in die Stadt schreitet.

In diesem Artikel zeigen wir ein paar allgemeine Eindrücke aus der Stadt. Die der wichtigsten touristischen Orte haben wir bereits im Reisetagebuch von 2017 gezeigt.

Kanazawa erreicht man von Tōkyō aus mit dem Hokuriku Shinkansen. Von Kyōto aus bringt einen der Thunderbird Limited Express in die Stadt und passiert dabei die Statue von Kaga Onsen. Beide Strecken sind im Rail Pass inkludiert.

Wir hatten auf unserer Reise nur einen Tag zur Besichtigung der Stadt eingeplant. Rückblickend betrachtet hätte es auch gerne etwas länger sein können, dann hätten wir noch Zeit für das 21st Century Museum und eine Führung im Ninja Dera gehabt.

Shimabara

Japan hat über 100 aktive Vulkane. Die bewohnbare Fläche ist knapp, der Inselstaat ist etwa so groß wie Deutschland, viele steile Gebirge verhindern aber eine breite Besiedelung. Also ließen sich die Menschen auch in unmittelbarer Nähe von Vulkanen nieder.

Bestenfalls sorgt das für spektakuläre Fotos. Für Shimabara wurde in den 1990er Jahren die Nähe zum Vulkan Unzen dagegen zum Verhängnis. Nach vielen kleinen Eruptionen brach der Vulkan aus, und pyroklastische Ströme begruben Häuser der Stadt unter einer dicken Ascheschicht. Zum Glück konnten alle Anwohner rechtzeitig evakuiert werden. 43 Wissenschaftler, Reporter und ein Taxifahrer fanden bei der Katastrophe dennoch den Tod.

Heute erinnert ein Disaster Museum an das Unglück. In der Nähe kann man ein paar ehemalige Wohnhäuser besichtigen, die bis zum Dach im Erdboden versunken zu sein scheinen. Sie veranschaulichen, welche Naturgewalten hinter einem Vulkanausbruch stecken.

Den Park der versunkenen Häuser (土石流被災家屋保存公園) erreicht man vom Bahnhof Shimabara aus mit dem Bus bis zur Haltestelle Mizunashihonjin Fukae (みずなし本陣ふかえ). Alternativ kann man auch von der Bahnhaltestelle Shimabarakō aus mit dem Taxi anreisen. Der Zugang zu den Häusern ist kostenlos.

Voller Bauch in Japan

Die japanische Küche ist vielseitig. Als Inselstaat mit wenig nutzbarer Landfläche steht natürlich hauptsächlich Fisch auf dem Speiseplan, aber es gibt noch viel darüber hinaus. Was essen wir eigentlich, wenn wir in Japan unterwegs sind?

Wir sind nicht so die Food-Fotografen und haben erst 2018 angefangen, regelmäßig zu fotografieren, was wir auf Reisen futtern. Unsere Fotos zeigen also nur eine sehr kleine Auswahl der japanischen Küche. Am besten ist, man ist neugierig und probiert sich durch!

Frühstück

Das Frühstück im Hotel ist Glückssache. Einige Hotels bieten ein hervorragendes internationales Frühstück an. Andere orientieren sich an ihren japanischen Gästen und bieten beispielsweise Reis, Salate und Nattō. Wer lieber kontinentales Frühstück mag, muss sich dann mit Toastbrot und Konfitüre begnügen. In überraschend vielen Hotels fanden wir morgens auch Merkwürdigkeiten wie Nudeln in Tomatensauce oder warm gehaltene Pommes Frites auf dem Buffet vor. Zugegeben: An Fritten zum Frühstück kann ich mich gewöhnen. 🤤

Wir sind keine großen Frühstücker. Mittlerweile buchen wir die Hotels meist nur mit Übernachtung und holen uns stattdessen Sandwiches und warmen Dosenkaffee vom Konbini (das sind kleine Convenience-Stores, die man quasi an jeder Straßenecke findet).

Tagsüber

Für ein Mittagessen bieten sich die vielen Suppenküchen an. Die Auswahl ist riesig, Langeweile kommt da nicht auf.

In den Einkaufsstraßen und großen Bahnhöfen findet man alle möglichen Imbisse, die Schnitzel, Kroketten, Bentō und andere Snacks anbieten. Viele Souvenirläden haben auch Softeis im Sortiment. Oder man holt sich einfach im nächsten Konbini ein Dampfbrötchen.

An großen Tempeln und Burgen gibt es gelegentlich Pop-up-Stände, die Snacks wie Takoyaki oder regionale Spezialitäten verkaufen.

Tagsüber schlagen wir uns mit diesen Kleinigkeiten den Bauch voll. Hungrig waren wir in Japan noch nie.

Abends

Abends kann man in ein Restaurant oder in ein Izakaya (Wirtshaus) gehen, die Auswahl ist gerade in Städten groß, ebenso die Preisspanne. Manchmal auch der Andrang, zu Stoßzeiten muss man dann vor dem Restaurant Schlange stehen.

Die Kellner sprechen selten Englisch, aber oft haben sie ein englisches Menü, das sie Ausländern sofort in die Hand drücken. Andere Restaurants haben ihr Angebot als Plastikmodelle im Schaufenster stehen. Hier fotografiert man einfach mit seinem Smartphone, was man haben will, und zeigt das Foto bei der Bestellung. Bezahlt wird nicht am Tisch, sondern beim Verlassen des Restaurants an der Kasse. Trinkgeld gibt man nicht, denn ein guter Service ist immer inklusive.

Wer japanischem Essen gar nichts abgewinnen kann, findet neben den üblichen internationalen Fast Food-Ketten auch Pizzerien und europäische Restaurants. Letztere sind allerdings verhältnismäßig teuer und belasten die Urlaubskasse.

Aber unter uns: Nach dem Trubel des Tages bevorzugen wir es, in einem Supermarkt Sushi und Salate zu holen und diese in aller Ruhe auf dem Hotelzimmer zu verzehren.

Delikatessen

Viele Orte und Regionen haben besondere Delikatessen, die man probiert haben sollte. Am bekanntesten ist wohl das Kobe-Rind, welches man in Yakiniku-Restaurants am Tischgrill selbst zubereiten kann. Für deutlich weniger Geld wird das Fleisch an Straßenständen auch als Hamburger verkauft.

Wohl ebenso berühmt ist Fugu. Teile des Kugelfisches sind hochgiftig. Er darf deshalb nur von lizensierten Köchen zubereitet werden. Die Restaurants sind entsprechend teuer und Unfälle extrem selten. Unser Ding ist diese Art von Nervenkitzel nicht, denn der Geschmack ist wohl eher langweilig.

Es muss nicht immer gleich so teuer sein. Takamatsu ist beispielsweise berühmt für seine Sanuki Udon-Nudeln, die man dort preisgünstig in jeder Suppenküche essen kann. In Kagoshima gibt es in einfachen Restaurants Schnitzel vom Kurobuta, vom schwarzen Schwein. Hiroshima und Ōsaka sind berühmt für ihre Okonomiyaki (japanische Pizza). Es lohnt sich also, bei der Reiseplanung auch einen Blick auf die regionalen Leckerbissen zu haben.

Friday, January 8, 2021
Winter Illuminations

Zur dunklen Jahreszeit findet man in Japan nicht nur weihnachtliche Dekoration, sondern auch Winterbeleuchtungen, so genannte Illuminations (イルミ). Jede größere Stadt schmückt Straßenzüge und Plätze mit üppigen Beleuchtungen und Lichtspielen.

Hier ist nun eine Sammlung unserer schönsten Illumination-Fotos, die wir 2018 aufgenommen haben.

Die Illuminationen fangen teilweise bereits im November an, manche gehen bis in den Februar. Wenn man Japan zur Herbst- und Winterzeit besucht, lohnt es auf jeden Fall, sich über diese Lichtspektakel zu informieren. Die meisten sind in öffentlichen Bereichen und können kostenlos besichtigt werden, Landschaftsgärten und Tempel verlangen aber einen Eintritt.

Shukkeien

Shukkeien ist ein kleiner Landschaftsgarten in Hiroshima, der 1620 gegründet wurde. In der Mitte des Gartens dominiert ein Teich mit Inselchen und Brücken. Um diesen Teich herum befinden sich kleine Hügel, ein Bambuswäldchen und auch eine kleine Teeplantage. Der Garten wirkt wie eine verkleinerte Welt, und tatsächlich bedeutet das Wort Shukkeien auch so viel wie "Miniaturlandschaftsgarten".

Der Shukkeien befindet sich in der Nähe der Burg von Hiroshima. Vom Hauptbahnhof aus erreicht man ihn in wenigen Minuten zu Fuß oder mit einer Straßenbahn bis zur Haltestelle Shukkeien-mae. Der Eintritt kostet 260¥.