Kamakura Daibutsu

Der Küstenort Kamakura besitzt eine der bekanntesten Buddha-Figuren Japans. Der Große Buddha von Kamakura befindet sich auf dem Gelände des Tempels Kōtoku-in. Mit 13,35 Metern ist er der zweithöchste Bronzebuddha Japans.

Die Arbeiten begannen im Jahr 1252. Ursprünglich befand sich die Statue in einem hölzernen Tempelgebäude und war mit Blattgold belegt. Das Gebäude stürzte in den Jahren 1334 und 1369 ein und wurde beide Male neu aufgebaut. Als 1498 ein gewaltiger Tsunami das Gebäude wegriss, gab man die Pläne einer weiteren Restauration auf. Stattdessen wurde das umliegende Areal neu gestaltet. Der Buddha meditiert seitdem im Freien.

Der Große Buddha befindet sich etwa 10 Gehminuten von der Station Hase entfernt, in der Nähe des ebenso sehenswerten Tempels Hase-dera. Der Eintritt kostet 300¥. Für weitere bescheidene 20¥ kann man auch das Innere der Statue besichtigen. Die 30 Schichten, aus denen die 121 Tonnen schwere Figur gegossen wurde, kann man dort deutlich erkennen. Eine wahrhaftig technische Meisterleistung, wenn man ihr Alter bedenkt.

Ekō-ji

Ekō-ji (惠光寺) bedeutet so viel wie Tempel des sanftmütigen Lichtes. Der Name spielt auf das Licht an, das von Amida-butsu, dem Buddha des unermesslichen Lichtes, ausgeht.

Die Tempelanlage ist verhältnismäßig jung, erbaut wurde sie 1993. Neben dem Tempel gehört auch ein kleiner Garten und ein Holzhaus zu der Anlage. Was den Tempel so einzigartig macht? Er steht in der Stadt デュッセルドルフ (Düsseldorf) und ist die einzige Tempelanlage Deutschlands, die im japanischen Stil gebaut wurde. In Europa ist der Ekō-ji außerdem der einzige Tempel der Jōdo-Shinshū, eine der größten japanischen Schulen des Buddhismus.

Tatsächlich fühlte sich der Besuch für uns ein wenig surreal an, so als wären wir mit der Straßenbahn mal eben nach Japan gefahren. Das einzige, was wir vermissten, war der Duft von altem Holz und von den Räucherstäbchen, und vielleicht ein Getränkeautomat.

Der Besuch der Gartenanlage ist kostenlos. Ansonsten bietet das Ekō-Haus regelmäßig Führungen, Veranstaltungen, Teezeremonien und Kurse an. Man erreicht den Tempel am besten mit der Straßenbahn (bis Heerdter Sandberg) oder dem Bus (bis Niederkasseler Kirchweg).

Hida no Sato

Hida no Sato, auf Deutsch das Hida-Dorf, ist ein Freilichtmuseum in Takayama, einer Stadt in den Japanischen Alpen.

Die Häuser in dem Dorf stammen aus der Edo-Zeit (1603 bis 1868). Das Ensemble ist aber künstlich. 1971 wurde das Museum gegründet und Häuser aus der ganzen Hida-Region hierher verlegt.

Ein Teil der Gebäude stammen aus dem Ort Shirakawa-gō, das wegen seiner Häuser im gasshō-zukuri-Stil zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Baustil zeichnet sich durch seine steilen Reeddächer aus, die im Winter erhebliche Schneemengen tragen können, wie sie in diesem Teil Japans gerne fallen.

Andere Gebäude wurden aus Gebieten mit moderaterem Wetter in das Museum verlegt. Dem Taguchi-Haus wurde das 1981 zum Verhängnis, als bei einem starken Wintereinbruch ein Dachbalken unter der Schneelast brach.

Auf dem Museumsgelände kann man die Häuser frei erkunden und traditionellen Schauhandwerkern hier und da über ihre Schultern blicken. Außerdem werden morgens die Feuerstellen in den Häusern angezündet. So kann man die kleine Zeitreise auch als Duft erleben.

Das Museum hat jeden Tag von 8:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Man erreicht es vom Bahnhof Takayama aus mit dem Sarubobo-Bus oder in etwa 25 Minuten zu Fuß. Der Eintritt kostet 700¥. Englische Beschilderung ist vorhanden. Die Häuser dürfen nur auf Socken betreten werden.

Wenn nach dem Besuch noch Zeit übrig ist, sollte man unbedingt der Altstadt von Takayama einen Besuch abstatten und dort das köstliche Hida-Rind probieren.

Beppu Jigoku

Beppu ist eine der bekanntesten Onsen-Städte Japans. Kein anderer Ort hat so ergiebige Thermalquellen. In der ganzen Stadt zischt und brodelt es. Besucher können sich in heißen Bädern entspannen, im heißen Dampf ihr Essen garen oder zum Zeitvertreib verschiedene Höllen besuchen. Hier werden dampfende, brodelnde und blubbernde Teiche in verschiedenen Farben, Größen und Temperaturen (bis zu 98°C) zur Schau gestellt.

Die berühmtesten sind die sieben Höllen von Beppu:

  • Oniishibōzu Jigoku: In dieser Hölle blubbern graue Schlammpfützen, welche an die rasierten Köpfe von Mönchen erinnern sollen und der Hölle ihren Namen „Oniishi-Glatzkopfhölle“ geben.
  • Umi Jigoku: Die „Meereshölle“ ist die schönste der sieben Höllen. Auf einem großen Areal gibt es einen großen Teich mit Lotusblüten, einen kleinen Teich mit viel Dampf und etwas versteckt noch einen orangefarbenen Teich. In dem Gebäude kann man Souvenirs kaufen.
  • Kamado Jigoku: In der „Kochtopfhölle“ ist Action angesagt. Animateure unterhalten die Besucher mit verschiedenen kleinen Shows, allerdings nur auf Japanisch.
  • Oniyama Jigoku: Die Wassertemperatur dieser „Ogerberghölle“ eignet sich bestens zum Züchten von Krokodilen. Man kann sie aus sicherer Entfernung in ihren Käfigen fotografieren.
  • Shiraike Jigoku: Die „weißer Teich-Hölle“ bietet dampfendes, milchig trübes Wasser und außerdem ein kleines Aquarium.
  • Chinoike Jigoku: Der blutrote Teich verlieh der Hölle ebendiesen Namen. Er ist in einen Berghang eingebettet und bietet ein Motiv für schöne Fotos.
  • Tatsumaki Jigoku: Hauptattraktion der „Wasserspeier-Hölle“ ist ein Geysir, der etwa alle 30-40 Minuten ausbricht. Es lohnt sich, sich zuerst über die Zeit des nächstens Ausbruchs zu erkundigen und die Wartezeit dann eventuell nebenan in der Chinoike Jigoku zu verbringen.

Man zahlt an jeder der sieben Höllen 400¥ Eintritt. Alternativ kann man sich an der ersten Hölle, die man besucht, gleich ein Kombiticket für 2000¥ kaufen. Der Verband dieser sieben Höllen bietet eine Broschüre mit weiteren Informationen an. Es gibt noch mehr Höllen in Beppu, beispielsweise die Yama Jigoku, die allerdings nicht dem Verband angehören und separaten Eintritt verlangen.

Am einfachsten erreicht man die Höllen vom Bahnhof Beppu aus mit dem Bus bis zur Haltestelle Kannawa Bus Terminal. Wer (wie wir) etwas laufen mag, kann den Besuch mit einer etwa 8 Kilometer langen Wanderung verbinden. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Beppudaigaku, den man von Beppu aus mit der JR Nippo Line erreicht. Der Weg endet am Bahnhof Kamegawa, wo man die gleiche Linie zurück zum Hauptbahnhof nimmt.

Die beiden letzten Höllen liegen etwas abseits. Man erreicht sie zu Fuß mit einem gemütlichen Spaziergang durch einen etwas ländlichen Randbezirk der Stadt, aber auch mit dem Bus (Haltestelle Chinoike Jigoku Mae) oder einem Taxi. Wir fanden sie allerdings nicht so spannend wie die anderen Höllen. Wenn die Zeit knapp wird, kann man sich den Umweg dorthin sparen.

Reisevorbereitung

Die Japan-Reise ist gebucht? Bald kommt der aufregende Teil: Koffer packen. Da Japan (leider) nicht gerade nebenan ist, ist eine gute Vorbereitung wichtig, damit die Einreise kein Problem wird und man vor Ort alles hat, was man braucht.

ACHTUNG: Dieser Artikel wurde vor der Pandemie geschrieben und berücksichtigt nicht die aktuelle Situation um COVID-19! Bitte informiere dich beim Auswärtigen Amt und bei der Japanischen Botschaft in Berlin, ob eine Einreise in das Land überhaupt möglich ist, sowie über Quarantänebestimmungen und sonstige Einschränkungen. Beachte, dass sich die Situation jederzeit – auch kurzfristig – verschärfen kann.

Dieser Artikel gilt nur für Reisen nach Japan, die einen touristischen Zweck haben und wenige Tage oder Wochen dauern.

Was bei uns außer der Kleidung noch ins Reisegepäck gehört:

  • Reisedokumente
  • Medikamente
  • Versicherungsunterlagen

Zu diesen drei Punkten schreibe ich gleich noch etwas mehr. Ganz unten stehen außerdem noch ein paar Worte zur Einreise.

Was sonst noch mit muss:

  • Die Flugtickets, sonst kommt man nicht weit. 😉
  • Ausreichend Bargeld und Kreditkarten.
  • Den Railpass-Voucher aus dem Reisebüro, man bekommt ihn nicht in Japan!
  • Unsere Reiseplanung mit den gebuchten Hotels und der Liste von Dingen, die wir sehen wollen.
  • Unsere Fotoausrüstung natürlich.
  • Ein GPS-Handgerät mit Japan-Karten und wichtigen Punkten (Sightseeing-Spots, Hotels, Bahnhöfe).
  • Ein mobiler Hotspot für den Zugang zum Internet.
  • Reiseführer und Sprachführer.
  • Stromadapter, die bekommt man aber notfalls auch vor Ort.

Reisedokumente

Das zweifellos wichtigste Reisedokument ist der Reisepass. Er muss für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein.

Es besteht Ausweispflicht! Den Reisepass muss man als Tourist immer bei sich tragen, um sich jederzeit ausweisen zu können.

Außerdem muss der Führerschein mit, wenn man vor Ort Auto fahren möchte. Ein internationaler Führerschein ist für Deutsche nicht ausreichend, man muss seinen Führerschein stattdessen vor Ort übersetzen lassen.

Wenn man nur als Tourist bis zu 90 Tage im Land bleibt, braucht man als deutscher Staatsbürger kein Visum. (Stand: Dezember 2019).

Gesundheit und Medikamente

Die medizinische Versorgung in Japan ist sehr gut, aber auch sehr teuer. Die normale Krankenversicherung erstattet die Kosten einer Behandlung nicht. Es kann außerdem sein, dass man in Kliniken abgewiesen wird, wenn die Kosten nicht nachweislich von einer Versicherung übernommen werden. Aus dem Grund gehört eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit weltweiter Deckung auf jeden Fall mit ins Gepäck. Sie kostet nur wenige Euro pro Jahr und ist im Ernstfall Gold wert.

Deutsche Rezepte können in japanischen Apotheken nicht eingelöst werden. Neben den üblichen Reisemedikamenten sollten deshalb ausreichende Mengen wichtiger Medikamente mit ins Gepäck.

Rezeptfreie Medikamente dürfen in einer Menge für einen Anwendungszeitraum von bis zu zwei Monaten ins Land eingeführt werden, rezeptpflichtige Medikamente – dazu gehört auch die Antibabypille – für maximal einen Monat. Manche Medikamente dürfen gar nicht ins Land gebracht werden, selbst wenn sie bei uns frei verkäuflich sind. Ähnliche Regelungen gelten für Kosmetika. Wenn man auf besondere Medikamente oder spezielle Kosmetik angewiesen ist, sollte man sich rechtzeitig bei den japanischen Gesundheitsbehörden informieren!

Benötigt man eine Ausnahme, kann man ein yakkan shūmei (薬監証明) beantragen. Man lädt dazu einen Antrag herunter, füllt ihn aus und sendet ihn per E-Mail an den medizinischen Inspektor, der für den Einreiseflughafen zuständig ist. Sind die Unterlagen vollständig, erhält man nach wenigen Tagen das yakkan shūmei per E-Mail. Dieses Dokument legt man dann bei der Einreise dem Zoll vor.

Zum Thema Reiseimpfung: Für normale Sightseeing-Touren reicht der in Deutschland übliche Impfschutz vollkommen aus. Bei einem längeren Aufenthalt in ländlichen Gebieten sollte eine Impfung gegen die Japanische Enzephalitis erwogen werden.

Dies ist nur ein allgemeiner Hinweis. Jeder ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Ich empfehle, sich frühzeitig beim Hausarzt, beim auswärtigen Amt und bei der japanischen Gesundheitsbehörde zu informieren. Das gilt vor allem, wenn der eigene Gesundheitszustand dies erfordert, oder wenn man auf Medikamente oder medizinische Apparate angewiesen ist.

Die Einreise

Die Einreise in das Land ist relativ unkompliziert, und für mich trotzdem jedes Mal ein wenig aufregend.

Vor der Landung erhält man im Flugzeug Fragebögen, die für die Einreise auszufüllen sind. Jeder Besucher erhält einen persönlichen Fragebogen, der neben der ersten Hoteladresse abfragt, ob man vorbestraft ist oder schon einmal ausgewiesen wurde, und ob man verbotene Gegenstände (wie Waffen oder Drogen) mit sich führt. Ein weiterer Fragebogen für den Zoll muss pro Familie ausgefüllt werden und erfragt, ob man zu verzollende Gegenstände oder größere Bargeldmengen in das Land einführen möchte.

Ist man am Flughafen angekommen, gelangt man als erstes zu einem Grenzbeamten. Er nimmt den persönlichen Fragebogen entgegen und prüft den Reisepass. Außerdem nimmt er Fingerabdrücke beider Zeigefinger und macht ein Foto. Das geht vollelektronisch und dauert nur wenige Sekunden. Hat alles geklappt, bekommt man eine Aufenthaltserlaubnis als Temporary Visitor in seinen Reisepass geklebt.

Nachdem man sein Gepäck abgeholt hat, muss man noch durch den Zoll. Der nimmt den anderen Fragebogen und eventuell das yakkan shūmei entgegen und stellt noch ein paar Fragen: Was ist der Grund für den Aufenthalt, wie heißt das erste Hotel, welche Städte möchte man sehen?

Auch wenn das alles sehr streng und formell wirkt, gibt es keinen Grund zur Nervosität. Wenn man freundlich ist, wird man ebenso freundlich empfangen.

Hat man auch diese Hürde geschafft, kann das Abenteuer in Japan endlich losgehen!