Der Atombombendom

Heute gibt es Fotos von dem Atombombendom in Hiroshima.

Natürlich handelt es sich um keinen Dom im Sinne einer Kirche, die Bezeichnung leitet sich vom japanischen Namen 原爆ドーム (gembaku dōmu) ab. Korrekt wäre deshalb Atombombenkuppel, nach ihrer auffälligen Dachkuppel.

Das Gebäude wurde nach einem Entwurf des tschechischen Architekten Jan Letzel erbaut und im April 1915 fertiggestellt. Es diente als Ausstellungshalle für Handelswaren, bis am 6. August 1945 die "Little Boy" die Stadt zerstörte. Während die Explosion die damaligen japanischen Holzhäuser dem Erdboden gleichmachte, blieb das Gebäude mehr oder weniger intakt und dient seitdem als Mahnmal gegen den Atomkrieg. Von wenigen Sicherungsmaßnahmen abgesehen blieb das Gebäude unverändert.

Das rollende Straßenbahnmuseum von Hiroshima

Was in Hiroshima gleich ins Auge springt, sind die alten Straßenbahnwagen, die dort über die Straßen fahren. Es handelt sich um japanische, aber auch originale europäische Bahnen, die von der Stadtbahn Hiroden betrieben werden. Man nennt die Straßenbahn von Hiroshima auch rollendes Straßenbahnmuseum (動く電車の博物館).

1981 schafften es zwei ausgemusterte Straßenbahnen aus Dortmund nach Japan. Sie fuhren mehrere Jahre im Linienbetrieb. Einer der Wagen wurde dann verschrottet und diente als Ersatzteillager. Der andere Wagen wurde zu einem Party-Sonderzug umgebaut. Heute ist auch er stillgelegt. Eine Zeit lang konnte man ihn als Café vor der Hiroden-Firmenzentrale bewundern. Mittlerweile ist er bei The Outlets Hiroshima an einem schönen trockenen Platz ausgestellt.

Alle Züge sind übrigens klimatisiert, selbst bei den ganz alten Modellen wurden in den 1980ern Klimaanlagen nachgerüstet. Ein technisches Wunder, so scheint es, denn Verkehrsbetriebe hierzulande schaffen das nicht einmal bei erheblich jüngeren Wagen.

Reisetagebuch Mai 2017: Friedenspark

Auf einer kleinen Insel mitten in Hiroshima liegt der Friedenspark. An dieser Stelle detonierte am 6. August 1945 in 580 Metern Höhe die Little Boy, die erste Atombombe, und legte die Stadt in Schutt und Asche. Der Atombomben-Dom, früher ein Gebäude der Industrie- und Handelskammer, lässt das Ausmaß der Zerstörung erahnen. Im Park steht neben einem Museum noch ein Kenotaph mit den Namen der Opfer der Bombe, und eine Gasflamme, die erst erlöschen wird, wenn es keine Atombomben mehr auf der Welt gibt. Ein Denkmal erinnert an das Schicksal der kleinen Sasaki Sadako. Sie überlebte die Explosion, aber ein Jahr später erkrankte sie an Leukämie. Ein Brauch hier lautet, dass die Götter einen Wunsch erfüllen, wenn man 1000 Papierkraniche faltet. Sadako faltete die Kraniche, aber erlag dann doch ihrer Krankheit. Bis heute falten Schüler aus allen Teilen Japans lange bunte Papierkranich-Ketten als Symbol für den Frieden, welche hier (und an einem Denkmal in Nagasaki) aufgehängt werden.

Da die Frage immer wieder aufkommt: Im Hiroshima sind die Strahlungswerte heutzutage wieder völlig normal und vergleichbar mit der natürlichen Strahlung in Deutschland. Am Atombombendom liegt die Strahlung aktuell bei 0,1 µSv/h. Zum Vergleich: In Köln sind es 0,087 µSv/h, in Oberasbach bei Nürnberg 0,14 µSv/h.

Reisetagebuch Mai 2017: Planlos durch Japan

Der heutige Tag stand eher unter dem Motto “Planlos durch Japan”. Wir gingen ein wenig durch Hiroshima, haben uns den Fudō-in angesehen und von einer Friedenspagode aus die Aussicht genossen.

Reisetagebuch Mai 2017: Hiroshima

Hiroshima, die vorletzte Station unserer Reise. Wir waren im Landschaftsgarten Shukkeien und bei der Burg Hiroshima. Die ursprüngliche Burg wurde beim Atombombenabwurf auf die Stadt 1945 zerstört, die Rekonstruktion ist aus Stahlbeton. Es ist nicht unüblich in Japan, historische Gebäude so zu rekonstruieren, einschließlich der Holzteile.

Morgen werden wir uns mal einen ruhigen Tag gönnen und uns einfach ziellos die Stadt anschauen.