Ema

Man findet sie an fast jedem Tempel und Schrein: Eine Wand voller kleiner, bedruckter oder beschriebener Holztäfelchen, ema (絵馬) genannt. Besucher kaufen die Tafeln, beschriften eine Seite mit einem Wunsch und hängen sie dann auf.

Das Programm an Wünschen ist breit, von Gesundheit und bestandenen Prüfungen über Erfolg im Beruf und einer guten Beziehung bis hin zum Weltfrieden. Selbst Touristen haben den Brauch übernommen, und so findet man nicht nur in japanisch beschriftete Tafeln, sondern auch Koreanisch, Englisch, Deutsch und weitere Sprachen.

Der Brauch geht zurück auf die Nara-Zeit (etwa 8. Jahrhundert). Zu der Zeit wurden Pferde als Boten der Götter gesehen. Damit die eigenen Wünsche und Gebete von den Göttern besser erhört werden, spendeten die Menschen den Schreinen Pferde. Diese Tiere waren allerdings extrem teuer. Wer es sich nicht leisten konnte, baute deshalb Pferdefiguren aus Holz, Ton oder Papier. So entstanden die heutigen Holztäfelchen. Das Wort Ema heißt übersetzt Pferdebild.

Mit der Gruppe durch Kyōto

Das heutige Programm kannten wir größtenteils schon von unserer ersten Japanreise, aber so ist das halt bei Gruppenreisen. Wir absolvierten das touristische Pflichtprogramm eines Kyōto-Besuchs und sahen den Kinkaku-ji, den Ryōan-ji mit dem berühmten Steingarten und das Nijō-Schloss.

Neu war für uns der Sanjūsangen-dō. Hier stehen in einer langen Halle 1001 mannshohe Buddastatuen aus dem 12. und 13. Jahrhundert auf einer Tribüne. Ein beeindruckender Anblick. Leider war das Fotografieren in der Halle strengstens verboten.

Da abends noch etwas Zeit übrig war, fuhren wir mit der Gruppe noch einmal zum Fushimi Inari, der eigentlich gar nicht auf dem Programm stand. Doppelt hält bekanntlich besser.

Spaziergang durch Kyōto

Nach einem einfachen Frühstück fuhren wir zum Fushimi Inari. Der Schrein ist der Fuchsgottheit Inari gewidmet und ist besonders bekannt für seine tausende Torii, die wie eine Allee den Berg hinaufführen. Natürlich gingen wir die etlichen Treppen bis ganz nach oben, wo wir mit einer schönen Aussicht auf Kyōto belohnt wurden.

Als nächstes besuchten wir den Kyomizu-dera. Dieser Tempel ist bekannt für seine riesige Holzterrasse auf langen Holzstelzen, wieder ein Postkartenmotiv. Wir fuhren mit dem Bus hin, was ein Erlebnis für sich ist. Am Ziel angekommen drängelt man sich nach vorne und zahlt beim Fahrer. Am besten passend, denn sonst muss man an einem Wechselautomaten erst einmal das Geld klein machen und hält dabei den ganzen Betrieb auf.

Wir schlenderten noch ein wenig durch Kyōto, probierten Sake-Softeis und ließen den Tag in einem kleinen Zen-Garten ausklingen. Danach war es leider schon Zeit, uns von unserer japanischen Freundin zu verabschieden.

Morgen beginnt der Gruppenteil der Reise. Dafür wechselten wir erst einmal in ein anderes Hotel. Zum Glück mit deutlich größerem Zimmer.