Eigentlich hätte unsere Reise gestern in den Badeort Beppu und nach Kumamoto führen sollen, aber die Region wurde vor ein paar Wochen von einem schweren Erdbeben getroffen, welche die Burg von Kumamoto und auch die Infrastruktur stark beschädigte.

Als Ersatz fuhren wir heute zur Burg Shimabara-jō. Dort wurden wir von Folkloretänzerinnen begrüßt und sahen uns das Museum in der Burg an.

Danach ging es in die Stadt Shimabara. In den Jahren 1990 bis 1995 brach der nahe gelegene Vulkan Unzen aus. Pyroklastische Ströme ergossen sich schließlich über den Ort und begruben die Häuser unter einer dicken Ascheschicht. Die Anwohner konnten rechtzeitig evakuiert werden, aber für 43 Wissenschaftler und Reporter sowie für die Häuser kam jede Hilfe zu spät. Heute steht hier das Unzen Disaster Museum, wo man ein paar ehemalige Wohnhäuser sehen kann, die bis zum Dach im Erdreich versunken zu sein scheinen.

Mit der Seilbahn ging es danach zu einer Aussichtsplattform, von der aus man den Berg Unzen nach wie vor dampfen sieht. Auch hier werden Eier verkauft, allerdings im Gegensatz zu Ōwakudani nur dampfgegart und deshalb nicht mit schwarzer, sondern mit weißer Schale.

Der Tag heute war lang und trotzdem recht ereignislos. Von Nagasaki fuhren wir mit dem Expresszug und dem Shinkansen nach Hiroshima. Dort machten wir den obligatorischen Ausflug nach Miyajima.

Wir freuten uns schon, den Itsukushima-Schrein mit dem berühmten Torii wiederzusehen, aber leider war auch heute unser Zeitplan so stramm, dass wir kaum Zeit fanden, den Ort richtig zu genießen und schöne Fotos zu machen.

Zumindest kulinarisch kamen wir an diesem Tag nicht zu kurz. In einer Verkaufsmeile neben dem Schrein probierten wir Stäbchen aus frittiertem Fischeiweiß und Oktopus, Matcha-Eis und mit Hiroshima-Rind gefüllte Dampfbrötchen.

Und weil wir abend schon wieder hungrig waren, gönnten wir uns eine regionale Spezialität: Okonomiyaki, auch japanische Pizza genannt. Das ist eine Hausmannskost, die hauptsächlich aus Kohl, Nudeln und Ei besteht und vor den Augen des Gastes auf einer Teppanplatte zubereitet wird.

Ein wenig Zeit für den Friedenspark fanden wir auch noch, um ihn auf dieser Reise wenigstens einmal gesehen zu haben. Morgen geht es schon früh weiter.

Ich habe etwas gewonnen!

Wir haben uns im Supermarkt etwas zu trinken gekauft. Nachdem ich zahlte, bat mich die Kassiererin, in eine Losbox zu greifen. Ich zog ein Los und gewann eine Packung Bonbons mit Kirschgeschmack.

Ich weiß nicht, was mich mehr freut: Dass ich etwas gewonnen habe, oder der Spaß, den die Kassiererin dabei hatte, mit einem Gaijin Tombola zu spielen.

Nach dem Frühstück verließen wir Hiroshima und fuhren erst einmal nach Kurashiki. Der Ort ist bekannt für seine alten Kaufmannshäuser und seinen Kanal, der sich durch die Straße zieht.

Danach ging es mit dem Shinkansen, einem Expresszug und schließlich mit einem Bus zu unserer nächsten Station, dem Nationalpark Fuji Hakone. Hier erwartet uns eine Übernachtung in einem japanischen Hotel, einem Ryokan.

Eigentlich ist es eine Luxusherberge, wo die Gäste in heißen Mineralbädern entspannen, lecker essen und in großzügigen Zimmern übernachten können. Seit der Wirtschaftskrise läuft das Geschäft allerdings nur noch schleppend. Und neuerdings vertreibt der Fuji-san die übrigen Gäste. Wir sind hier in einem aktiven Vulkangebiet. Seit ein paar Wochen legen heiße Fumerolen einen deutlich wahrnehmbaren Schwefelgeruch über die Hotelanlage. Diese heißen Dämpfe sind tückisch. Vor kurzem sind Touristen in der Gegend verunglückt, weswegen uns von nächtlichen Spaziergängen außerhalb des Geländes dringend abgeraten wurde.

Zum Abendessen gab es traditionelle Kaiseki-Küche: Sashimi, eine Art kleines Shabu-Shabu, eingelegtes Gemüse, Misosuppe, Reis, als Dessert ein Matchapudding. Uns hat fast alles geschmeckt, in der Gruppe gingen die Meinungen allerdings weit auseinander.

Danach zogen wir uns in unser großes Zimmer zurück. Auf dem Boden aus Tatamimatten ist bereits unser Bett für die Nacht aufgeschlagen.