Uchiko-za

Uchiko ist ein kleines Örtchen auf der Hauptinsel Shikoku, etwa 25 Minuten mit dem Uwakai-Express von der Präfekturhauptstadt Matsuyama entfernt. Hier befindet sich das Uchiko-za, ein historisches Theatergebäude.

Erbaut wurde das Theater im Jahr 1916 als zweigeschossiges Holzgebäude im traditionellen japanischen Stil. 1985 wurde es dann nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet. Es sorgt nun gelegentlich mit abendlichem Kabuki- und Bunraku-Theater für Kurzweil.

Aber auch tagsüber lohnt sich ein Besuch, denn dann öffnet das Theater seine Pforte für einen Einblick hinter die Kulissen. Man kann sich frei im Gebäude bewegen, auf einem der Holzsitze Platz nehmen, die Bühne betreten oder Kostüme anprobieren. Im Untergeschoss sieht man, wie die historische Drehbühne und das Hubpodium betrieben wird.

Das Theater befindet sich etwa 5 Gehminuten vom Bahnhof Uchiko entfernt. Sein Eingang liegt versteckt in einer kleinen Nebenstraße. Der Eintritt kostet 400¥. Mit einem Kombiticket für 900¥ kann man außerdem das Heimatmuseum und die Kamihaga-Residenz besuchen. Gute Socken nicht vergessen, denn die Schuhe muss man vor dem Betreten ausziehen! 😉

Uchiko

Der Regionalzug brachte uns heute in die Kleinstädte Uchiko und Uwajima. Die Züge und Haltestellen sind hier nur noch auf Japanisch beschriftet. An diesen Ort verirren sich kaum noch Touristen.

In Uchiko besuchten wir das Uchiko-za, ein altes Kabuki-Theater aus dem Jahr 1916. Tagsüber kann man das Theater erkunden, einen Blick hinter die Bühne und auf die Bühnentechnik werfen. Das History Museum des Ortes stellt mit lebensgroßen Puppen Alltagssituationen aus dem 19. und 20. Jahrhundert nach.

In Uwajima endet der Regionalzug. Dort warfen wir noch einen Blick auf die Burg, bevor wir wieder nach Matsuyama zurückkehrten.

Japans Kleinstädte haben ihren ganz besonderen Reiz. Die Menschen sind hier besonders freundlich, hilfsbereit und neugierig auf ihre Besucher. Für uns ist das immer ein willkommener Anlass, die Metropolen hin und wieder zu verlassen.

Morgen setzen wir unsere Reise auf der Hauptroute fort. Nächste Station: Ōsaka.

Nara und die Geishatänze

Heute fuhren wir mit der Bahn nach Nara und besuchten den Tōdai-ji mit dem großen Buddha. Danach eilten wir am Kasuga-taisha-Tempel mit seinen tausend Laternen vorbei. Wir hätten gerne mehr Zeit in Nara verbracht, aber wir mussten für den nächsten Programmpunkt, die "Geishatänze", pünktlich zurück in Kyōto sein.

Was sich auf dem Programm nach reiner Touristenfolklore anhörte, entpuppte sich als eine echte Theateraufführung in einem Kabuki-Theater in Pontocho. Natürlich verstanden wir kein einziges Wort, um so mehr konnten wir aber auf die Kostüme und den Gesang achten.

Nach der Vorstellung kamen wir mit einem Japaner ins Gespräch, der sich wahrscheinlich fragte, wie sich eine Gruppe Ausländer in das Theater verlaufen konnte. Er erklärte uns, dass das Stück selbst für Japaner sehr schwer zu verstehen ist. Es war der fünfte Akt eines alten Stückes in 15 Akten. Jedes Jahr wird ein Teil davon aufgeführt.

Es war eine sehr interessante Erfahrung. Vor allem die Musik - von einer kleinen Gruppe Musikerinnen live gespielt und gesungen - klang in unseren westlich geprägten Ohren zwar ungewöhnlich, aber gut.