Ghibli-Museum

Das Studio Ghibli ist das wahrscheinlich berühmteste Zeichentrickfilmstudio Japans. Weltweit bekannt sind Produktionen wie Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss und Prinzessin Mononoke. Gegründet wurde es 1985 unter anderem von Hayao Miyazaki und (dem kürzlich verstorbenen) Isao Takahata. Eine ihrer gemeinsamen Arbeiten, wenn auch aus der Zeit vor Ghibli, dürfte hier so ziemlich jedem bekannt sein: Es ist die Fernsehserie Heidi.

Es ist wahr: Heidi ist ein japanischer Zeichentrick, ein Anime! Im Gegensatz zu Deutschland sind Zeichentrickfilme in Japan allerdings kein Nischenmarkt, der sich hauptsächlich an Kinder richtet. Über 430 Anime-Studios decken dort mit ihrem Angebot ein enormes thematisches Spektrum für alle Altersgruppen ab und machen Millardenumsätze. Das Studio Ghibli machte sich einen Namen durch spielfilmlange, fantasievolle und aufwändig produzierte Anime für Jung und Alt. Viele sind preisgekrönt, Chihiro gewann sogar einen Goldenen Bären und einen Oscar.

In Mitaka, einem Vorort von Tōkyō, befindet sich eingebettet in einem Park das Ghibli-Museum. Vor lauter Grün wäre es kaum zu erkennen, stünde da nicht im Dachgarten deutlich sichtbar ein fünf Meter großer Roboter aus dem Anime Das Schloss im Himmel.

Die erste Überraschung erhielten wir am Eingang. Die Eintrittskarte ist nicht etwa ein schnöder Papierstreifen, sondern ein originaler Filmabschnitt eines Ghibli-Anime.

Im Museum gibt es für Groß und Klein viel zu entdecken. Natürlich dreht sich alles um die Filme, ihre Figuren und die Arbeit dahinter. Es gibt ein Kino, in dem auch exklusive Sonderproduktionen gezeigt werden, momentan beispielsweise ein Kurzfilm namens Boro, die Raupe. Und natürlich darf auch die Buskatze aus dem Film Mein Nachbar Totoro nicht fehlen, durch die Kinder krabbeln können.

Gerne würden wir noch mehr Appetit auf das Museum machen, aber Fotografieren war außer im Dachgarten nicht gestattet.

Man erreicht das Museum vom Bahnhof aus in gut 15 Minuten zu Fuß, alternativ stehen kostenpflichtige Shuttlebusse bereit. Tickets kosten regulär 1000¥. Sie können allerdings nicht im Museum gekauft werden. Eine Möglichkeit ist, sich vor Reiseantritt bei JTB einen (ziemlich teuren) Voucher zu kaufen und diesen an der Museumskasse einzulösen. Alternativ kann man laut Museums-Website die Voucher auch online oder vor Ort bei Lawson erwerben. Die Tickets sind sehr begehrt und meistens schnell ausverkauft.

Fotosafari

Es lohnt sich immer, auch abseits der Touristenrouten die Augen auf- und die Kamera in Griffweite zu halten.

Wir waren an dem Tag in Kitakyūshū und unterwegs vom Bahnhof Kokura zum Tōtō-Museum, als wir an einem Spielplatz vorbeikamen. Er war ziemlich groß und um einen Hügel gelegen. Und er stand voller wilder Tiere, aus Plastik zwar, aber trotzdem liebevoll gestaltet. In einem Sandkasten konnte sogar ein versteinerter Dinosaurier entdeckt werden.

Die Kinder können sich hier austoben, während ihre Eltern sich auf Oktopus- und Froschbänken ausruhen. Und wir gingen hier erst einmal auf Fotosafari, bevor wir unseren Weg fortsetzten.

Itadakimasu!

Ein Blick in den Sprachführer verrät, dass "Guten Appetit" auf Japanisch いただきます (itadakimasu) heißt. Doch es steckt viel mehr dahinter.

Mit "Guten Appetit" wünschen wir den anderen am Tisch eine leckere Mahlzeit und ein schönes gemeinsames Essen.

Itadakimasu dagegen ist ein Ausdruck der Dankbarkeit. Man dankt den Pflanzen, die für das Essen geerntet wurden, und den Tieren, die dafür ihr Leben ließen. Man dankt dem Kaiser, den Eltern, dem Bauern, dem Fischer, dem Koch und überhaupt jedem, der seinen Beitrag dazu leistete, dass man jetzt eine köstliche Mahlzeit zu sich nehmen darf. Man macht sich bewusst, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Nimmt man den Gedanken ernst, gehört es deshalb auch dazu, alles bis auf das letzte Reiskörnchen aufzuessen.

Die ursprüngliche Bedeutung von itadakimasu war "etwas über seinen Kopf heben". Der Buddhismus brachte den Brauch in das Land, einen Gegenstand, den man von einer höhergestellten Person entgegennahm, als Zeichen der Dankbarkeit und Wertschätzung zuerst höher als seinen Kopf zu halten. Im Laufe der Zeit wurde daraus dann ein genereller Ausdruck, einen Gegenstand höflich entgegenzunehmen.

Der Gebrauch vor dem Essen ist jedoch verhältnismäßig neu. Bis in das frühe zwanzigste Jahrhundert war er nur regional verbreitet, bevor er landesweit üblich wurde. Bis heute ist es regional unterschiedlich, ob man dabei die Hände zusammenlegt oder nicht.

PS: Am Ende einer Mahlzeit sagt man ご馳走様でした (gochisōsama deshita) - "Das war ein Festmahl."

Kasuga-taisha

Der Kasuga-taisha ist ein Shintō-Schrein in Nara. Er wurde im 8. Jahrhundert - einer Sage nach am 9. November 768 - erbaut. Bis zum Ende der Edo-Zeit wurde er alle 20 Jahre erneuert, wie es die Tradition verlangte.

Der Schrein ist bekannt für seine tausende Bronze- und Steinlaternen. Zwei mal jährlich werden sie bei Festen beleuchtet, und zwar beim Setsubun Mantoro (3. Februar) und Chūgen Mantoro (14. bis 15. August).

Der Kasuga-taisha liegt im Nara Park. Man erreicht ihn von der JR Nara Station mit dem Bus oder auch zu Fuß. Wenn man sich den Nara Park ansieht, kommt man fast zwangsläufig an dem Schrein vorbei. Der Eintritt kostet 500¥. Der äußere Teil der Anlage kann kostenlos besichtigt werden.

Zuiryū-ji

Der Zuiryū-ji ist ein buddhistischer Tempel in Takaoka (Präfektur Toyama) aus dem Jahr 1613.

Die Anlage wurde ab 1645 erweitert. Bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1663 umfasste sie 118.800 m² und wurde von zwei Burggräben umschlossen.

Das Zentrum bildet die Buddha-Halle. Eingerahmt wird sie von dem Haupttor, einer Gebetshalle mit Teehaus, einem Zen-Gebäude zur Meditation und einem Refektorium. Gänge verbinden die Seitengebäude miteinander.

Der Zuiryū-ji befindet sich zwischen den Bahnstationen Shin-Takaoka und Takaoka, und ist von beiden aus in etwa 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Der Eintritt kostet 500¥.