Unter Strom

 Adapter vom Typ A Das japanische Stromnetz hat eine Spannung von 100 Volt und eine Netzfrequenz von 50 Hz oder 60 Hz, je nach Region. Das entspricht nicht den 230 Volt und 50 Hz, die in Europa verwendet werden. Man sollte also einen Blick auf alle Geräte werfen, die man nach Japan mitnehmen möchte.

Die allermeisten modernen Ladegeräte oder Laptop-Netzteile sind für einen weltweiten Einsatz ausgelegt und können in Japan problemlos verwendet werden. Andere Geräte (wie Rasierer, elektrische Zahnbürste, Haartrockner), die 230 Volt benötigen, können in Japan nicht betrieben werden. Manche Reisegeräte lassen sich auf 110 Volt umschalten. Nach der Rückkehr darf man nicht vergessen, sie wieder zurückzuschalten, sonst besteht Brandgefahr.

Die Stecker in Japan sind dieselben wie in den USA, also NEMA-Stecker. Passende Adapter bekommt man hier im Fachhandel, in Japan in den Elektronikmärkten und manchmal auch leihweise an der Hotelrezeption.

Viele Reiseadapter auf dem hiesigen Markt sind dreipolig (also mit Erdung) und passen nicht in die zweipoligen Steckdosen, die man in den Hotelzimmern überwiegend vorfindet. Beim Kauf sollte man also darauf achten, dass der Adapter auf der Steckerseite nur zwei flache Kontakte besitzt ("Typ A").

Man findet in japanischen Elektromärkten und auch hier auf großen Versandplattformen schöne flache Adapter. Sie benötigen wenig Platz im Reisegepäck und lassen sich gut auf unsere flachen Eurostecker stecken. Für diesen Zweck sind sie sehr praktisch.

Runde Schukostecker mit Schutzkontakt dürfen niemals auf zweipolige Adapter gesteckt werden, auch wenn es passen sollte. Das angeschlossene Gerät ist dadurch nicht geerdet, und man riskiert einen tödlichen Stromschlag.

NEMA-Stecker bringen generell nicht die Sicherheit, die wir in Europa gewohnt sind. Die Stecker rutschen leicht aus der Dose, und es besteht die Gefahr, versehentlich einen der Kontakte zu berühren, während er noch unter Strom steht. Es empfiehlt sich, beim Umgang mit ihnen immer aufmerksam zu sein.

Kurashiki

Gleich neben Okayama liegt die Stadt Kurashiki. Zur Edo-Zeit spielte die Stadt eine zentrale Rolle für den Reishandel. Der Name bedeutet "Stadt der Lagerhäuser" und bezieht sich auf die an einem Kanal gelegenen Reislager. Diese Canal Area kann auch heute noch besichtigt werden.

1889 eröffnete die Firma Kurabo in der Stadt eine Baumwollspinnerei, dessen Backsteingebäude heute als Ivy Square (Efeuplatz) bekannt ist.

Wenn man sich von einem Bummel durch die Straßen und Geschäfte losreißen kann, gibt es etliche Museen, die einen Besuch lohnen. Am wichtigsten ist das Ōhara-Museum für westliche Kunst. Aber auch das Kurabo-Museum, das Momotarō-Museum und das Sparschwein-Museum (Piggybank Museum) sind sicher einen kleinen Umweg wert.

Interessant ist der etwas kitschig und deplatziert wirkende Kurashiki Uhrenturm am Nordausgang des Bahnhofs. Er ist Hans Christian Andersen gewidmet. Zu vollen Stunden hebt sich der obere Teil des Turmes an, und es erscheinen Figuren zu vier Märchen Andersens. Ich habe leider erst später von dem Glockenspiel erfahren, aber fand ein YouTube-Video dazu.

Kurashiki ist von Okayama aus mit der Bahn gut zu erreichen. Vom Bahnhof aus sind es etwa 15 Minuten zu Fuß bis zur Canal Area und dem Ivy Square.

Das Tōtō-Museum

An ihrem Firmensitz in Kokura befindet sich auf dem Werksgelände der Firma Tōtō das Tōtō-Toilettenmuseum. Tōtō ist in Japan der Marktführer für Toiletten und Washlets. Der Name leitet sich nicht von Toilette ab, sondern von dem ursprünglichen Firmennamen Tōyō Tōki (östliche Keramik).

Zu Beginn wird dem Besucher ein Einführungsfilm auf Englisch vorgeführt. Danach kann man sich im Museum die über 100-jährige Geschichte der Firma ansehen, welche ursprünglich neben Sanitärkeramik auch Geschirr herstellte. Es gibt viel zu entdecken, über die Sitztoilette, die Tōtō in Japan einführte, über die Washlets, aber auch verschiedene andere Geräte und Kuriositäten wie dem Toilet Bike. Zum Abschluss sollte man unbedingt auch dem stillen Örtchen des Museums einen Besuch abstatten.

Man erreicht das Museum vom Bahnhof Kokura aus zu Fuß oder mit dem Bus. Der Eintritt ist frei. Das eigene Smartphone kann als Audioguide verwendet werden, kostenloses WLAN steht im Museum zur Verfügung. Fotografieren ist weitgehend gestattet. Nur bei wenigen Exponaten wird aus Sorge um Industriespionage darum gebeten, keine Fotos zu machen. Daran haben wir uns natürlich gehalten.

Das Museum ist kurzweilig und einen kleinen Umweg wert.

Der Garten im Heian-Schrein

Im Osten Kyōtos befindet sich der Heian-jingu, eine 1895 errichtete große Schreinanlage.

Um den Schrein herum verläuft der Shin-en, der Göttergarten. Er ist 33.060 m² groß und beinhaltet mehrere Teiche, die durch Wege miteinander verbunden sind. Etliche Kirschbäume zieren den Garten und machen die Anlage damit zu einem Pflichtbesuch während der Kirschblüte.

In den Teichen findet man sonst eher seltene Tierarten wie die gelbe Sumpfschildkröte oder die japanische Wasserschildkröte. Die Fische und Schildkröten lassen sich gerne füttern, entsprechendes Futter kann man vor Ort kaufen.

Der Besuch des Heian-jingu selbst ist kostenlos, der Zugang zum Garten kostet 600¥. Es lohnt sich, nicht zu spät zu kommen, denn die Zeit vergeht dort wie im Flug, aber der Garten schließt um 17 Uhr.

Tōkyō Sky Tree

Mit seinen 634 Metern ist der Skytree in Tōkyō der höchste Fernsehturm und das zweithöchste Gebäude der Welt. Nach vierjähriger Bauzeit wurde er 2012 eröffnet.

Der Turm besteht aus einer massiven Stahlbetonsäule, welche von einem strebenartigen Stahlskelett umgeben wird. Als Pate für die Bauweise stand die Pagode in Nikkō. Sie soll den Turm erdbebensicher machen. Tatsächlich überstand der Skytree das schwere Tōhoku-Erdbeben im Jahr 2011 praktisch unbeschadet.

Die untere Plattform, das Tembo Deck, befindet sich in 350 Metern Höhe und bietet neben Panoramafenstern das übliche Programm an Restaurants und Souvenirshops. Außerdem kann man durch einen Glasboden in die Tiefe schauen.

Ein separater Aufzug bringt einen in die noch einmal 100 Meter höher gelegene zweite Plattform, die Tembo Galleria. Der Aufpreis lohnt sich, denn von dort kann man in einem spiralförmigen Tunnel, der außen an der Fassade angebracht ist, die Aussicht auf Tōkyō noch besser bewundern.

Ein reguläres Ticket ("Same-day Ticket") kostet 2.060¥ und bringt einen zum Tembo Deck. Dort kann man für weitere 1.030¥ ein Ticket zur Tembo Galleria kaufen. Touristen bekommen alternativ gegen Vorlage ihres Ausweises an einem etwas abseits gelegenen Schalter Express-Tickets ("Fast Skytree Ticket"). Sie kosten 3.000¥ für das Tembo Deck und als Kombiticket 4.000¥ für beide Plattformen. Mit dem Ticket darf man sich vor den Aufzügen in eine Express-Schlange einreihen, was allerdings meiner Ansicht nach keinen wesentlichen Zeitvorteil brachte. Wenn wenig Betrieb an den Aufzügen ist und man keinen Zeitdruck hat, reicht eventuell schon das normale Ticket.