Die Gruppe besichtigte heute Nikko, aber wir hatten eigene Pläne.

Mit dem Zug fuhren wir in den Vorort Mitaka und besuchten dort das Ghibli-Museum des gleichnamigen Zeichentrickstudios. Als Eintrittskarte bekommt man einen kurzen Filmstreifen aus einem Anime (so heißen japanische Zeichentrickfilme). Fotografieren durfte man im Museum leider nicht, mit Ausnahme der grünen Dachterasse, auf dem ein riesiger Roboter aus dem Anime Laputa steht.

Danach fuhren wir in den Stadtteil Odaiba, einer künstlichen Insel im Süden Tōkyōs. Hier kann man ein besonderes Foto machen, und zwar von der Freiheitsstatue, der Rainbow Bridge und dem Tōkyō Tower, der wie der Eiffelturm aussieht.

Es war ziemlich aufregend, das erste Mal auf eigene Faust unterwegs zu sein, doch es hat überraschend gut geklappt. Morgen geht es wieder mit der Gruppe weiter, und zwar in den Fuji-Nationalpark.

Es war ein langer Tag heute. Wir waren mit dem Bus unterwegs und sind erst spät abends im Hotel im Fuji-Nationalpark angekommen. So spät, das wir fast das Abendessen verpasst haben.

In Kamakura sahen wir einen riesigen Bronzebuddha, der im Freien sitzt. Man konnte sogar in die Statue hineingehen. Die nächste Station war der Tempel Hasedera. Dann ging es zum Ashi-See, wo wir eine Bootsfahrt auf einem Piratenschiff machten.

Die letzte Station war Ōwakudani mit seinem Schwefelquellen. Dort gibt es kuro tamago. Das sind Hühnereier, die in dem heißen Schwefelwasser gekocht werden und dadurch eine schwarze Schale bekommen. Der Verzehr eines solchen Eies verspricht ein sieben Jahre längeres Leben. Die Aussicht von dort war atemberaubend, der Schwefelgestank allerdings auch.

Nach dem Frühstück ging es gleich wieder mit dem Bus weiter zum Bahnhof. Allerdings mit einer kurzen Pause für einen Blick auf den Fuji-san (so nennt man den "Fujiyama" richtig), der für ein paar Minuten für uns sein Wolkenkleid ablegte.

Mit dem Shinkansen-Schnellzug fuhren wir nach Hiroshima. Die Fahrt war beeindruckend. Die Züge sind innen sehr geräumig und brettern mit 300 km/h durch die Landschaft. Sie sind außerdem berühmt für ihr Bentō, eine Lunchbox, die wir natürlich bei der Gelegenheit gleich probierten.

Wir machten Zwischenhalt in Okayama, um den Landschaftsgarten Kōrakuen zu besichtigen. Er gehört zu den drei schönsten in Japan. Unser Reisegepäck wollten wir am Bahnhof in einem Schließfach einschließen, doch es waren schon alle belegt. Wir fanden uns schon damit ab, das Gepäck mitschleppen zu müssen, aber ein junger Mann bot uns seine Hilfe an und zeigte uns weitere Schließfächer in einem versteckten Bereich des Bahnhofs. Es ist unglaublich, wie hilfsbereit die Menschen hier sind.

Zum Abendessen gab es Okonomiyaki. Das ist eine Hausmannskost, bestehend aus Kohl, Nudeln, Ei und Bonitoflocken. In Okonomimura gibt es dutzende solcher Läden, wo die japanische Pizza wie von Muttern zubereitet wird.

Nach einem frühen Frühstück nutzten wir die Zeit, um uns die Burg von Hiroshima anzuschauen. Leider reichte es nur für einen kurzen Besuch, bevor wir uns mit der Gruppe trafen und per Straßenbahn nach Miyajima fuhren.

Auf der Insel Miyajima befindet sich der Itsukushima-Schrein mit seinem Torii, das im Wasser steht - ein weltberühmtes Postkartenmotiv. Die Schreinanlage steht auf Stelzen und befindet sich bei Flut ebenfalls im Wasser. Das Gebäude ist eine wunderbare Kulisse für traditionelle Hochzeiten.

Schließlich ging es mit der Straßenbahn zurück nach Hiroshima, wo wir uns den Friedenspark ansahen. Er liegt direkt unter der Stelle, an der 1945 die Atombombe explodierte. Es ist ein interessanter, aber auch bedrückender Ort.

Spät nachmittags versuchten wir noch, auf eigene Faust den Shukkeien-Garten zu erreichen, aber wir hatten gleich doppelt Pech: er war bereits geschlossen, zudem fing es an zu regnen.

Heute ging es mit dem Bus zu unserer letzten Station, Kyōtō. Vorher machten wir aber einen Zwischenhalt in Nara. Dort befindet sich eine große Parkanlage mit mehreren Tempeln und Schreinen. Und auch hier gibt es eine ganze Schar zahmer Hirsche, die frei herumlaufen und den Touristen Kekse aus der Hand fressen.

Der wichtigste Tempel ist der Tōdai-ji, mit seiner Höhe von fast 49 Metern das größte Holzgebäude der Welt. Darin sitzt ein 15 Meter riesiger Bronze-Buddha. Der wichtigste Schrein ist der Kasuga Taisha, eine wunderschöne Anlage mit tausenden von Laternen aus Stein und Metall.

Abends kommen wir im Hotel in Kyōtō an. Unser Nichtraucherzimmer stinkt so sehr nach altem Zigarettenrauch, dass uns die Luft wegbleibt. Zum Glück dürfen wir in ein anderes Zimmer ziehen, sogar mit besserer Aussicht! Dort essen wir Sushi, das wir uns nach einem Einkaufsbummel in einem Supermarkt besorgt haben.